Coronavirus: Reisen können länger storniert oder umgebucht werden

dzReisebüros

Mit der Urlaubsbuchung für den Sommer oder Herbst zögern viele Menschen im Kreis Unna gerade. Die Reisebüros spüren die Verunsicherung in Folge des Coronavirus – und versuchen zu beruhigen.

Kreis Unna

, 08.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob es Terroranschläge sind, Klimakatastrophen oder politische Unruhen – die Reisebranche bekommt die Auswirkungen oft als eine der ersten und sehr deutlich zu spüren. Das ist im Fall des Coronavirus nicht anders, berichten Reisebüros aus dem Kreis Unna.

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Jens Timmermann, der drei Reisebüros in Unna und Kamen führt, berichtet von einer deutlich spürbaren Zurückhaltung: „Viele Menschen scheuen sich offenbar, jetzt ihren Urlaub zu buchen. Dabei gibt es viele tolle Angebote und auch die Frühbucherrabatte gelten noch“, sagt er.

„Die Menschen haben Angst, dass die Bilder in ihren Köpfen, die sie aus den Medien kennen, auch für ihren Urlaubsort gelten könnten.“
Jens Timmermann

Der Grund für die Zurückhaltung liegt für Timmermann auf der Hand. „Die Menschen haben Angst, dass die Bilder in ihren Köpfen, die sie aus den Medien kennen, auch für ihren Urlaubsort gelten könnten“, sagt er. Die Reisebüros setzen nun alles daran, ihren Kunden Sicherheiten zu geben.

Sonderkonditionen der Veranstalter

Von den Reiseveranstaltern erhalten sie dabei viel Unterstützung. Urlaube, die jetzt gebucht werden, können in der Regel bis weit in den April hinein kostenlos storniert oder umgebucht werden.

Timmermann vermutet, dass das in den meisten Fällen gar nicht erforderlich sein wird. „In NRW ist ja mehr los als an den Reisezielen“, sagt er.

Bilder wie dieses von dem in Japan unter Quarantäne genommenen Kreuzfahrtschiff haben möglicherweise viele Menschen vor Augen.

Bilder wie dieses von dem in Japan unter Quarantäne genommenen Kreuzfahrtschiff haben möglicherweise viele Menschen vor Augen. © picture alliance/dpa

Timmermann vermutet, dass die Kunden mehr Angst haben, in Quarantäne genommen zu werden, als selbst mit dem Coronavirus angesteckt zu werden. Mit einem umgestalteten Schaufenster und intensiver Beratung der Kunden wollen er und sein Team solche Ängste nehmen.

Viele Fragen zu gebuchten Reisen

Auch Kerstin Weide vom Reiselädchen in Kamen berichtet von einer ruhigen Auftragslage. Diesen Umstand schiebt sie aber nicht nur auf das Coronavirus: „Die Hauptbuchungszeit ist vorbei, im März ist es immer etwas ruhiger.“

Es gebe aber durchaus Fragen zum Virus und möglichen Auswirkungen auf gebuchte Reisen – teilweise sogar zu Reisen, die erst im Oktober stattfinden sollen.

„Es ist keinesfalls so, dass wir im Moment keine Buchungen haben.“
Kerstin Weide

Auch das Reiselädchen-Team kann die Kunden beruhigen. Neben den verlängerten, kostenlosen Stornofristen der Veranstalter seien insbesondere Pauschalreisende ohnehin sehr gut geschützt. Zudem gibt es kostenfrei Storno- und Umbuchungsmöglichkeiten, wenn das Auswärtige Amt konkrete Reisewarnungen ausspricht.

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Das Reiselädchen-Team ist durch die aktuelle Situation nicht beunruhigt. „Es ist keinesfalls so, dass wir im Moment keine Buchungen haben“, sagt Kerstin Weide. Dennoch dürfte auch sie froh sein, wenn sich die Panik um das Coronavirus wieder legt.

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