Coronavirus: Kita-Betreuung auch bei nur einem Elternteil in Schlüsselfunktion

dzKinderbetreuung

Viele Eltern von Kindergartenkindern in NRW können aufatmen: Das Land lockert zum 23. März die Regeln, welche Kinder in Einrichtungen betreut werden dürfen. Deren Zahl dürfte zunehmen.

Unna

, 21.03.2020, 09:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für viele Eltern dürfte das eine gute Nachricht sein: Das Land NRW hat neue Regeln festgelegt, welche Kinder in den Kitas auch während der Corona-Krise betreut werden dürfen. Diese gelten ab Montag, 23. März, und dürften dazu führen, dass die Zahl der Kinder in den Kitas deutlich zunimmt.

Das Landesministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration wendet sich in einem Brief an die Eltern sowie Träger, Leitungen und Personal von Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen und Heilpädagogischen Kindertageseinrichtungen. Dieser Brief liegt unserer Redaktion vor. Danach reicht es künftig, wenn ein Elternteil nachweisen kann, dass es in in kritischer Infrastruktur tätig ist.

Eine Bescheinigung reicht

Unabhängig von der familiären Situation habe jedes Elternteil einen individuellen Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder in Kindertagesbetreuungsangeboten, wenn die Betreuung nicht anderweitig verantwortungsvoll – entsprechend der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) – organisiert werden könne. „Es reicht damit, wenn von einem Elternteil eine entsprechende Bescheinigung vorlegt wird“, betont das Ministerium. Es müssten nicht länger von beiden Elternteilen Bescheinigungen des Arbeitgebers vorgelegt werden.

Land will Betrieb kritischer Infrastruktur sicherstellen

Die Landesregierung habe sich zu der Änderung entschieden, „um den Betrieb der kritischen Infrastruktur sicherzustellen“. Hintergrund dürfte aber auch sein, dass zuletzt viele Großeltern die Betreuung ihrer Enkel übernommen hatten. Ältere Menschen gehören jedoch zur Corona-Risikogruppe und sind besonders gefährdet, schwer zu erkranken.

Das Ministerium erklärt: „Der Betreuungsanspruch wird in den Einrichtungen oder Kindertagespflegestellen erfüllt werden, mit denen Eltern einen Betreuungsvertrag haben.“ Einen Betreuungsanspruch hätten aber auch die Eltern, die keinen Betreuungsvertrag mit einem Kindertagesbetreuungsangebot haben. Diese Eltern sollten sich in diesen Fällen an das zuständige Jugendamt wenden.

Neuregelung auch für Schulen

Zuvor war schon eine Schulmail verschickt worden. Darin heißt es: „Ab dem 23. März 2020 wird die bestehende Regelung erweitert: Einen Anspruch auf Notbetreuung haben alle Beschäftigten unabhängig von der Beschäftigung des Partners oder der Partnerin, die in kritischen Infrastrukturen beschäftigt sind, dort unabkömmlich sind und eine Betreuung im privaten Umfeld nicht gewährleisten können.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Pandemie und Prioritäten
Coronavirus: Wie eine 20-Jährige auf das Ergebnis ihres Tests wartete