Coronavirus: In den Parks sind vor allem sportliche Menschen und Gassigänger unterwegs

dzFreizeit

Das Coronavirus hält längst nicht alle Menschen davon ab, Zeit in Parks zu verbringen. Erfreulich: Die allermeisten verhalten sich auch dort vorbildlich – ein Stück neue Normalität.

Unna

, 22.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist still an diesem Sonntag im Kurpark in Unna-Königsborn. An einem normalen Sonntag wäre vielleicht das Kreischen tobender Kinder zu hören, mahnende Rufe der Eltern. Doch es ist Corona-Zeit. Und deshalb hört man keine Kinder, sondern nur das Rotkehlchen, das auf dem Ast eines Baumes sein Lied singt.

Gut zu hören war der Gesang des Rotkehlchens. Es gab keine Kinderstimmen, die den Vogel im Kurpark übertönten.

Gut zu hören war der Gesang des Rotkehlchens. Es gab keine Kinderstimmen, die den Vogel im Kurpark übertönten. © Dirk Becker

Offenbar haben die vielen Appelle, zuhause zu bleiben, Wirkung gezeigt. Und die Angst vor Ausgangssperren. Dann nämlich wären Besuche im Park wohl tabu. Es sind wenige Menschen, die auf den Wegen unterwegs sind. Menschen, die ihre im nahen Lebenszentrum wohnenden Angehörigen im Rollstuhl schieben. Freizeitsportler – Läufer, die mit oder ohne Stöcke etwas für ihre Fitness tun wollen. Und natürlich sind auch Herrchen und Frauchen unterwegs, die mit ihren Hunden Gassi gehen.

Im Kurpark Königsborn waren einige Gassigänger unterwegs. Zu den sonst typischen Pläuschchen zwischen den Hundebesitzern kam es aber nicht.

Im Kurpark Königsborn waren einige Gassigänger unterwegs. Zu den sonst typischen Pläuschchen zwischen den Hundebesitzern kam es aber nicht. © Dirk Becker

Zu Gesprächen kommt es nur selten. Auf den Wegen weichen sich entgegenkommende Personen möglichst weit aus. „Achtung, das Ordnungsamt fährt hier mit einem Auto rum. Mich haben sie schon erwischt.“ Es ist nur zwei kurze Sätze, denen ein noch kürzeres „Danke“ folgt – und schon sind die Hunde an der Leine.

Bietet der Park also gar keinen Raum mehr für Nähe? Doch! Auf einer Bank sitzen zwei junge Menschen, die ganz offensichtlich ineinander verliebt sind. Sie dürfen sich hier im Freien noch nahe kommen. Das tun sie zuhause schließlich auch.

Nur wenige Familien unterwegs

Auffällig ist, dass trotz des herrlichen Sonnenscheins nur wenige Familien mit Kindern durch den Kurpark schlendern. Und wenn doch welche zu sehen sind, dann bleiben die Mädchen und Jungs nahe bei ihren Eltern. Die Spielplätze sind schließlich ohnehin tabu.

Selbst Radfahrer nahmen nahe der Seseke viel Abstand voneinannder.

Selbst Radfahrer nahmen nahe der Seseke viel Abstand voneinannder. © Dirk Becker

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Kamen. Hier sind neben den Gassigängern auch einige Radfahrer unterwegs. Selbst die suchen die Distanz zueinander. Die wenigen Fußgänger, die auf den Wegen entlang der Seseke unterwegs sind, gehen ganz am Rand.

Immer ganz am Rand: Es war schon auffällig, dass Spaziergänger im Kurpark Königsborn ebenso wie im Sesekepark in Kamen (hier im Bild) viel Platz ließen.

Immer ganz am Rand: Es war schon auffällig, dass Spaziergänger im Kurpark Königsborn ebenso wie im Sesekepark in Kamen (hier im Bild) viel Platz ließen. © Dirk Becker

Es scheint, als gebe es ein Stück neue Normalität. Wäre die Fließgeschwindigkeit der Seseke höher, man könnte ihr Wasser plätschern hören. Auch hier sind die Spielgeräte verwaist. Das Flatterband, mit dem sie abgesperrt sind, scheint unberührt.

Verwaiste Wege im Sesekepark. Dort waren am Sonntag nur wenige Menschen unterwegs.

Verwaiste Wege im Sesekepark. Dort waren am Sonntag nur wenige Menschen unterwegs. © Dirk Becker

Dieser Sonntag steht ganz im Zeichen des Bangens, ob es eine Ausgangssperre gibt oder nicht. Und er zeigt, dass die meisten Menschen sich ihrer Verantwortung bewusst sind – auch wenn sie noch in die Parks gehen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kost Siebdruck
Schutzscheiben gegen Coronavirus: Holzwickeder Unternehmen macht aus der Not eine Tugend