Fünf Ärzte außer Gefecht: Gemeinschaftspraxis in Fröndenberg geschlossen

dzCoronavirus

Nach Schließungen von Hausarztpraxen in Unna und Kamen trifft es nun auch eine Fröndenberger Gemeinschaftspraxis. Einen Notfallplan für die hausärztliche Versorgung gibt es nicht.

Kreis Unna, Fröndenberg

, 16.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

In Fröndenberg hat eine von fünf Ärzten betriebene Gemeinschaftspraxis geschlossen – und zwar „bis auf Weiteres“, wie es auf einer automatischen Bandansage heißt.

Ein Zusammenhang zur Corona-Pandemie liegt nahe, eine Anfrage bei der zuständigen Behörde blieb aber zunächst unbeantwortet. Auch der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) lagen am Montag keine Informationen zu der Praxisschließung vor.

KVWL: Kein Notfallplan für die hausärztliche Versorgung

Fünf Ärzte auf einen Schlag außer Gefecht gesetzt – für die ärztliche Versorgung in einer Stadt wie Fröndenberg ist das freilich brisant. Die Bandansage fordert die Patienten gleichwohl auf, sich an andere Fröndenberger Arztpraxen zu wenden. Den Ärzten bleibt offenbar auch nichts anderes übrig, als auf die normale Urlaubsregelung zu vertrauen. Einen Notfallplan für eine Situation wie diese gibt es nämlich nicht.

Pandemie: „Außergewöhnliche Situation“ regelmäßig bewerten

Das bestätigte eine Sprecherin der KVWL am Montag auf Nachfrage dieser Redaktion. „Muss eine Praxis schließen, muss der Arzt die Vertretung in Absprache mit seinen Kollegen organisieren“, hieß es. Ein Notfallplan ließe sich vor dem Hintergrund zu vieler Unwägbarkeiten einfach nicht aufstellen. Zu mehr als dem Versuch, Ärzte mittels ausführlichen Informationen so gut es geht zu schützen, sieht sich die KVWL offenbar nicht in der Lage. Es handle sich um „eine außergewöhnlich Situation“, so die Sprecherin, die es regelmäßig zu bewerten gelte.

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