Coronavirus: Fröndenberger mit Vorerkrankungen im Alter von 84 Jahren gestorben

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Ein Mann wird nach einem Sturz im Fröndenberger Schmallenbachhaus ins Krankenhaus in Menden eingeliefert. Dort stirbt er wenige Tage später. Inzwischen steht fest: Der 84-Jährige hatte das Coronavirus.

Fröndenberg, Menden

, 27.03.2020, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Fröndenberg ist kreisweit der erste Todesfall im Zusammenhang mit dem neuartigen Sars-CoV-2-Virus zu beklagen. Ein 84-Jähriger Mann ist gestorben, der unter verschiedenen Vorerkrankungen litt und nach einem häuslichen Unfall im St.-Vincenz-Krankenhaus in Menden lag. Zwei Tage dem Tod des gebrechlichen Mannes kam der schriftliche Laborbefund: Er war mit dem Virus infiziert.

Das Kreisgesundheitsamt gab den Tod des Infizierten am Freitag bekannt. In der Mitteilung ist ausdrücklich von einem „Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus“ die Rede. Was dort über den Gesundheitszustand des betagten Mannes geschildert wird, lässt den Schluss zu, dass die durch das Virus ausgelöste Lungenerkrankung Covid-19 nicht die Todesursache gewesen sein muss. „Ob das Virus ausschlaggebend war, ist Spekulation“, sagte Kreissprecherin Constanze Rauert.

Der tragische Fall lässt sich wie folgt rekonstruieren: Der Fröndenberger, Jahrgang 1935, starb am Mittwoch, 25. März, im Alter von 84 Jahren im Krankenhaus in Menden. Dort war der Mann am 22. März stationär aufgenommen worden. Erst zehn Tage zuvor, am 12. März, war er ins Schmallenbachhaus, einer Pflegeeinrichtung in Fröndenberg, umgezogen. Er soll an Vorerkrankungen an der Lunge und an den Nieren gelitten haben.

Der Auslöser für den Krankenhaus-Aufenthalt soll ein unglücklicher Sturz in dem Pflegeheim gewesen sein. Daraufhin wurde der Mann in die Klinik der Nachbarstadt eingeliefert. Weil er nach der Aufnahme Corona-typische Symptome zeigte, ließen die Ärzte ihn auf das Coronavirus testen.

Corona in Zahlen

38 Menschen sind geheilt

  • 38 von insgesamt 171 Sars-CoV-2-Infizierten aus dem Kreis Unna sind nach Angaben des Kreisgesundheitsamts geheilt.
  • 9 Neuinfektionen kamen am Freitag hinzu: aus Bönen (1), Fröndenberg (2), Holzwickede (1), Lünen (3), Selm (1) und Unna (1).
  • 24 Infizierte befinden sich im Krankenhaus, eine Person weniger als am Vortag.

Infektionskette noch unklar

Noch bevor das Ergebnis des Abstrichs vorlag, starb der Fröndenberger. Das Testergebnis erreichte die Behörde dann am Freitag. Dieses bestätigte „bei dem unter verschiedenen Vorerkrankungen leidenden und zur Risikogruppe mit den schweren Verläufen gehörenden Senior einen positiven Corona-Infekt“.

Die Frage, bei wem sich der Senior angesteckt hat und ob er das Virus auf Mitbewohner und Pflegekräfte übertragen hat, ist bislang nicht zu beantworten. „Gehen Sie davon aus, dass wir mit den Einrichtungen in Kontakt sind und alle entsprechenden Maßnehmen getroffen haben“, sagte Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises Unna. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien dabei, die Kontaktpersonen zu ermitteln und zu isolieren. Eine Zahl könne nicht genannt werden.

Schmallenbachhaus: Neun Pflegekräfte in Isolation

Der Geschäftsführer des Schmallenbachhauses, Heinz Fleck, bestätigte den Fall. Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befänden sich als Kontaktpersonen jetzt in häuslicher Isolation. Das Schmallenbachhaus sei vom Krankenhaus unverzüglich über das positive Testergebnis des verstorbenen Heimbewohners informiert worden und habe entsprechend das Kreisgesundheitsamt informiert und Maßnahmen ergriffen. Das Pflegeheim hat insgesamt rund 250 Bewohner und über 400 Mitarbeiter. „Wir kriegen diese Situation gut aufgefangen, weil wir ein tolles Team haben“, sagte Fleck. Man sei durch einen Krisenplan auf so einen Fall vorbereitet.

St.-Vinzenz-Krankenhaus bestätigt den Fall

Das St.-Vinzenz-Krankenhaus machte über Auswirkungen des Coronafalls für den Betrieb und die Mitarbeiter keine näheren Angaben. „Wir haben selbstverständlich in enger Abstimmung mit der Gesundheitsbehörde alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um so die Sicherheit unserer Patienten und selbstverständlich auch unserer Mitarbeiter sicher zu stellen“, erklärte Christian Bers, Sprecher der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis.

Zehn Verdachtsfälle in Altenheim in Lünen

Das Fröndenberger Pflegeheim ist das zweite, das im Kreis Unna im Zusammenhang mit einem Covid-19-Verdacht ins Visier des Kreisgesundheitsamts gerät. Im Altenzentrum St. Norbert in Lünen gibt es zehn Verdachtsfälle unter den Bewohnern. Ein Mensch befindet sich im Krankenhaus. Am Donnerstagabend war es dort zu einem Einsatz von Feuerwehr und Kreisgesundheitsamt gekommen. „Wir warten auf die Testergebnisse“, sagte Kreissprecherin Rauert.

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