Coronavirus: Eine Förderschule schließt – und eine überlässt den Eltern die Entscheidung

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Die Friedrich-von Bodelschwingh-Schule in Heil bleibt zwei Tage geschlossen. An einer Schule in Holzwickede wird Eltern überlassen, ob sie ihr Kind zur Schule schicken. Das sorgt für Verwirrung.

Kreis Unna

, 06.03.2020, 14:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schulleitung der Förderschule Friedrich-von-Bodelschwingh hat gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Kreises beschlossen, dass die Schule am Montag, 9. März, und Dienstag 10. März, geschlossen bleibt. „Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Max Rolke vom Kreis Unna.

Eine Person aus der Schule hatte Kontakt mit einer infizierten Person, heißt es vom Kreis. Zwar zeige die Person aus der Schule keinerlei Symptome und der Kontakt habe außerhalb des Kreises stattgefunden, dennoch habe man sich für diese Maßnahme entschieden, um das Risiko weiterer Infektionen gering zu halten.


Karl-Brauckmann-Schule überlässt den Eltern die Entscheidung

Die Karl-Brauckmann-Schule in Holzwickede hingegen überlässt ab sofort den Eltern die Entscheidung, ob sie ihre Kinder weiterhin in die Schule schicken – auch, wenn der Unterricht regulär weiterläuft und dort bislang kein Verdachtsfall aufgetreten ist.

Das sorgt bei einigen Erziehungsberechtigten für Verwirrung, etwa bei Abdel-Madjid Merabet. „Wir wissen gar nicht, was wir jetzt machen sollen,“ sagt er.

Kinderarzt kann persönliche Entscheidung nicht abnehmen

Mit einem Informationsblatt habe die Förderschule für geistige Entwicklung mitgeteilt, dass die Erziehungsberechtigten mit einem Arzt klären sollen, ob ihr Kind weiterhin in die Schule gehen soll oder nicht.

„Ohne konkreten Anlass will Merabet seine Enkelin aber nicht Zuhause lassen. „Sie ist ja gesund“, sagt er.

Dennoch habe er wie empfohlen den Kinderarzt konsultiert. Dieser habe jedoch darauf verwiesen, dass er nicht dafür zuständig sei, persönliche Entscheidungen zu treffen. „Wir wissen jetzt gar nicht, an wen wir uns wenden können“, so Merabet.

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Erziehungsberechtigte wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen

Deshalb habe er beim Gesundheitsamt angerufen, aber von dort keine konkrete Antwort erhalten. „Wenn wir unsere Enkelin jetzt einfach Zuhause lassen, steht nachher das Jugendamt vor der Tür“, sagt Merabet.

Gefragtes Infotelefon

Weiterhin ein bestätigter Corona-Fall im Kreis Unna

  • Weitere Infektionen mit dem Coronavirus konnte der Kreis Unna am Freitag nicht bestätigen. Es bleibt damit bei einem bestätigten Fall. Kreissprecher Max Rolke bezeichnete die Lage als „stabil“.
  • Das Bedürfnis nach Informationen ist weiterhin groß. So hätten die Mitarbeiter des Kreis-Gesundheitsamtes bereits 150 Anrufe am Infotelefon entgegen genommen, das am Montag (2. März) eingerichtet worden war.
  • Die kostenfreie Rufnummer lautet (0800) 10 20 205 und ist montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr zu erreichen.

Außerdem wisse man ohnehin nicht, wie lange die Gefährung anhält. „Man kann ja nicht über mehrere Wochen als Vorsichtsmaßnahme vom Unterricht fernbleiben“, sagt er. Er will seine Enkelin weiterhin zur Schule schicken, auch wenn er jetzt verunsichert ist.

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