Coronavirus: Sieben von zehn Städten im Kreis Unna betroffen

dzJetzt 15 Infizierte

15 Infizierte, 18 Verdachtsfälle und 500 Menschen in häuslicher Quarantäne im Kreis Unna: Das Kreisgesundheitsamt hat eine neue Bilanz zur Ausbreitung des Coronavirus vorgelegt. Erstmals betroffen sind Kamen, Werne, Lünen und Selm.

Kamen

, 12.03.2020, 19:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorkehrungen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus schränken das öffentliche Leben im Kreis immer stärker ein. Die Serie von Veranstaltungsabsagen, die am Vortag begonnen hatte, ging am Donnerstag weiter. Dazu kam eine besorgniserregende Meldung des Kreisgesundheitsamts.

Coronavirus im Kreis Unna: Zahl der Neuinfizierten steigt auf 15

Die Zahl der Neuinfizierten hat so stark zugenommen wie noch nie seit Bekanntwerden des ersten Ansteckungsfalls am 2. März. Sechs Menschen haben sich neu mit dem Sars-CoV-2-Virus angesteckt, wie aus Testergebnissen hervorgeht. Damit hat sich die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag verdoppelt.

Stichwort
Corona in Zahlen

  • 500 Menschen sind vom Kreisgesundheitsamt unter Quarantäne gestellt, weil sie als Kontaktperson gelten.
  • Am Infotelefon 0800/1020205 gehen täglich über 2.000 Anrufe ein (montags bis freitags, 10 bis 14 Uhr). Wegen Überlastung wurde die Hotline personell verstärkt.
  • Weitere Informationen gibt es unter www.infektionsschutz.de und in der Hotline des NRW-Gesundheitsministeriums unter Tel. (0211) 9119 1001.

Die starke Zunahme um sechs Fälle lässt die exponentielle Wucht erahnen, mit der sich der Krankheitserreger in den stark betroffenen Gebieten in China und Norditalien ausgebreitet hat.

Neu infiziert sind je eine Person aus Unna, Lünen, Selm und Werne sowie zwei Personen aus Kamen. „Die Infektionswege werden derzeit ermittelt, die Kontaktpersonen ebenfalls“, sagte Kreissprecher Max Rolke. Das heißt: Das Kreisgesundheitsamt weiß noch nicht, bei wem sich die Menschen angesteckt haben.

Erstmals war die Behörde nicht in der Lage, eine Zahl von möglichen Kontaktpersonen zu nennen, die mit den neu infizierten Menschen in Verbindung stehen könnten und als Verdachtsfälle zu betrachten sind. Bis zum Vortag war von rund 500 Kontaktpersonen auszugehen.

Keine neuen Fälle in Bergkamen

In Bergkamen blieb die Zahl der Infizierten unverändert. Dort sind sieben Fälle im Umfeld der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule, des Kindergartens Arche Noah und der Freiherr-von-Ketteler-Grundschule aufgetreten. In Unna, wo am 2. März als erster Fall im Kreis Unna eine Frau positiv getestet wurde, kam eine Person hinzu. Neues gab es vom bekannten Fall eines Mannes aus Schwerte: „Es handelte sich um einen Urlaubsrückkehrer, er war in Norditalien unterwegs“, sagte Kreissprecher Rolke.

Das Kreisgesundheitsamt bekommt immer mehr zu tun: Die Mitarbeiter haben seit Anfang März 677 Corona-Tests durchgeführt. Davon sind 662 negativ. Auch die 17 Kinder der Klasse 3C aus der Kettelerschule und ihre Lehrerin, die mutmaßlich Kontakt zu einem infizierten Bergkamener Kita-Kind hatten, sind nicht infiziert. Das gab Schulleiterin Heike Prochnow unter Berufung auf eine Mitteilung des Gesundheitsamts bekannt.

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Insgesamt 15 Menschen im Kreis tragen zehn Tage nach Bestätigung des ersten Falls nun erwiesenermaßen das Virus in sich. Nur Holzwickede, Fröndenberg und Bönen sind anscheinend verschont geblieben. Derweil stehen 18 Menschen unter dem begründeten Verdacht, dass sie sich ebenfalls angesteckt haben.

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