Coronavirus: Schärfere Regeln treffen vor allem private Feiern

dzSteigende Fallzahlen

Im Kreis Unna gelten seit diesem Donnerstag schärfere Corona-Regeln. Die Behörden reagieren damit wie angekündigt auf steigende Fallzahlen.

Kreis Unna

, 07.10.2020, 15:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Umgehend – eigentlich unmissverständlich. „Umgehend“, heißt es wörtlich in der Coronaschutzverordnung des Landes, sollen bei Überschreiten der sogenannten 7-Tage-Inzidenz von 35 Schutzmaßnahmen abgestimmt und umgesetzt werden.

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Seit Sonntag ist dieser Wert im Kreis Unna überschritten; mit Anbruch dieses Donnerstags (8. Oktober) treten die tags zuvor vom Kreis Unna angekündigten Regelverschärfungen nun also in Kraft. Über 72 Stunden, nachdem die Corona-Ampel auf Gelb gesprungen ist.

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Und das bedeutet im Einzelnen:

  • Hochzeiten, Tauf- und Geburtstagsfeiern oder andere Feste „aus herausragendem Anlass“ dürfen nur noch mit maximal 50 Personen stattfinden, wenn sie in der Öffentlichkeit beziehungsweise in dafür angemieteten Räumen stattfinden. Für private Räume wird dringend empfohlen, keine Feiern mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen.
  • Schüler und Lehrer an weiterführenden Schulen im Kreis Unna sollen auch im Unterricht grundsätzlich eine Maske tragen; es handelt sich allerdings um eine Empfehlung, nicht um eine Anordnung. Außerdem sollen AG’s und andere schulische Veranstaltungen nicht mehr stattfinden, Unterricht nur noch in festen Gruppenverbänden wie Schulklassen stattfinden.
  • Gleiches gilt für Kindertageseinrichtungen, denen ebenfalls „dringend empfohlen“ wird: Nur noch feste Gruppen in Kindergärten, keine offenen Angebote mehr - auch in Außenanlagen von Einrichtungen.
  • Für Kontaktsportarten wie Fußball und Handball gilt im gesamten Kreis Unna: Turniere und andere Wettkämpfe mit mehr als zwei Mannschaften sind verboten; der normale Saisonbetrieb darf dagegen weiter stattfinden.

Regeln, die in einer sogenannten Allgemeinverfügung festgehalten sind, die zunächst bis einschließlich 25. Oktober gilt.

In einer Videobotschaft fand Landrat Michael Makiolla am Mittwoch deutliche Worte zur Corona-Lage im Kreis Unna.

In einer Videobotschaft fand Landrat Michael Makiolla am Mittwoch deutliche Worte zur Corona-Lage im Kreis Unna. © Alexander Heine / Archiv

In einer Videobotschaft verwies Landrat Michael Makiolla (SPD) am Mittwoch auf den bereits sieben Monate andauernden Kampf gegen die Pandemie. „Es gibt keinen Grund, sich entspannt zurückzulehnen, im Gegenteil“, sagte er mit Verweis auf seit Wochen steigende Zahl an Infizierten. „Das Ergebnis ist mehr als besorgniserregend“, so Makiolla. „Schützen und beschützen – das war, ist und bleibt aus meiner Sicht das Gebot der Stunde.“ Er richtete seinen Appell an alle, „den Kampf gegen die Pandemie als einen gemeinsamen Kampf von uns allen zu verstehen“.

Die 7-Tage-Inzidenz hatte bereits am Sonntag den Wert von 35 überschritten. Infolge einer Technikpanne und dann wegen des Zusammenspiels unterschiedlicher Behörden kam es aber zu Verzögerungen.

Zwar betonte Uwe Hasche als zuständiger Dezernent der Kreisverwaltung am Dienstag in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, die Situation treffe den Kreis Unna nicht unvorbereitet – die Zustimmung von der Bezirksregierung aus Arnsberg beziehungsweise vom NRW-Gesundheitsministerium aus Düsseldorf stand da aber noch aus, weshalb die Regelverschärfungen nicht unverzüglich in Kraft treten konnten. Wörtlich sagte Hasche zu avisierten Regelverschärfungen: „Ob das am 7.10. um 0 Uhr in Kraft tritt oder am 8.10. um 0 Uhr oder gar nicht, weiß ich nicht.“ Nun also wird es der 8. Oktober.

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Der Kreis Unna ist am Dienstag tiefer in die gelbe Corona-Warnstufe hineingewandert – mit Kurs auf Rot. Durch 31 neue Corona-Fälle stieg der Wert der sogenannten 7-Tage-Inzidenz weiter. Von Carsten Fischer

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