Praxis mit fünf Ärzten: Das sind die Hintergründe der Schließung in Fröndenberg

dzCoronavirus

Die Praxis am Markt ist seit Montag geschlossen. Fünf Ärzte sind vorläufig außer Gefecht. Wir haben mit einem von ihnen über die Hintergründe der Praxisschließung gesprochen.

Fröndenberg

, 17.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht über die Schließung der Praxis am Markt gärt in Fröndenberg. Und wie so oft in solchen Fällen: Aus Hörensagen werden Gerüchte, die mehr und mehr Blüten schlagen. Klar: Wenn fünf Ärzte auf einen Schlag außer Gefecht gesetzt sind, sorgt das in einer Stadt wie Fröndenberg für Verunsicherung.

Richtig ist, dass die Praxisschließung mit der Corona-Pandemie zusammenhängt. Dr. Peter Keuler, mit Björn Reißmann gemeinsamer Inhaber der Gemeinschaftspraxis an der Karl-Wildschutz-Straße, betonte im Gespräch mit dieser Redaktion am Dienstag allerdings, dass es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme gehandelt habe.

Coronavirus: Unwissend infizierten Patienten behandelt

Demnach haben die beiden Inhaber sich am Montag zunächst eigenständig dazu entschlossen, den Betrieb zum Schutze von Mitarbeitern und Patienten vorläufig einzustellen – und zwar unmittelbar, nachdem sie erfahren haben, dass einer ihrer in der Vorwoche behandelten Patienten positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet worden ist. Die Ärzte haben daraufhin das Gesundheitsamt über den Patientenkontakt informiert, die Behörde wiederum hält die Praxis nun vorerst geschlossen.

„Wir haben die Praxis nur vorsorglich für den Fall geschlossen, dass einer unserer Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert ist.“
Dr. Peter Keuler

Aber: „Wir haben die Praxis nur vorsorglich für den Fall geschlossen, dass einer unserer Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert ist“, betont Keuler. Demnach steht keiner von ihnen unter Quarantäne, die Ärzte und Mitarbeiter sind aber alle getestet worden.

Bis die hoffentlich negativen Ergebnisse vorliegen, bleibt die Praxis geschlossen. Weil die Labore vor dem Hintergrund der Pandemie enorm ausgelastet sind, dauert das etwas länger als gewöhnlich. „So lange die Ergebnisse von den Praxismitarbeitern nicht vorliegen, können wir nicht wieder öffnen“, so Keuler.

Ansteckung anderer Patienten unwahrscheinlich

Bis dahin will Keuler vor allem den übrigen Patienten die Angst und Unsicherheit nehmen. Über einen Zeitraum von 15 Minuten – das wäre laut Robert-Koch-Institut ein Risikofaktor für eine Ansteckung – hatte „bei uns in der Praxis niemand Kontakt“ mit diesem Menschen; jedenfalls keiner der anderen Patienten. Infekt-Patienten würden grundsätzlich sehr zügig in die Behandlungszimmer gebracht und sich gar nicht lange im Wartezimmer aufhalten, so Keuler. Er hält es deshalb für unwahrscheinlich, dass sich überhaupt jemand angesteckt haben könnte.

Wir informieren Sie, sobald die Praxis am Markt wieder öffnen kann.
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