Coronavirus: 24 Bewohner im Haus Schmallenbach neu infiziert – weitere Corona-Tests

dzAltenheim

Ein Altenheim im Ausnahmezustand: Das Schmallenbach-Haus in Fröndenberg schottet sich komplett ab, nachdem bei 24 weiteren Bewohnern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen ist.

31.03.2020, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Schmallenbach-Haus in Fröndenberg steht seit Dienstag nach neuen Coronavirus-Fällen unter Quarantäne. Das gilt nicht nur für den Pflege-Standort auf dem Hirschberg, sondern auch für das Schwesterhaus Hubertia an der Karl-Wildschütz-Straße. Insgesamt rund 250 Menschen wohnen an diesen Adressen. Die Quarantäne wurde vom Kreisgesundheitsamt in Abstimmung mit der Heimaufsicht angeordnet.

Statistik

235 Infizierte im kreis Unna

  • 235 Menschen im Kreis Unna haben sich seit 2. März nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. 35 Infektionen kamen am Dienstag hinzu, davon 24 Fälle aus dem Fröndenberger Altenheim. Dies war der größte Anstieg an einem Tag seit Bekanntwerden des ersten Corona-Falls.
  • Die weiteren neuen Infizierten kommen laut Kreisgesundheitsamt aus Holzwickede (2), Lünen (3), Schwerte (3), Unna (2) und Werne (2). Die Zahl der Infizierten in Selm wurde um eins nach unten korrigiert.

Die Abschottung der Standorte ist die Konsequenz aus neuen Infektionsfällen. Kreissprecherin Constanze Rauert gab am Dienstag das Ergebnis von Tests bekannt, die Ärzte am Samstag unter knapp 60 Heimbewohnern und Beschäftigten vorgenommen hatten. 24 Bewohner des Altenzentrums sind demnach neu mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert.

50 Heimbewohner mit Symptomen wie Husten, Schlappheitsgefühlen oder erhöhter Temperatur wurden am Samstag nach Angaben von Schmallenbach-Geschäftsführer Heinz Fleck getestet. In einer Mitteilung des Kreises Unna war am Dienstag von knapp 60 Tests unter Bewohnern und Pflegekräften zu lesen. Kreissprecherin Rauert sprach am Dienstag von insgesamt 57 Tests, von denen 24 positiv und 27 negativ verliefen. Die Ergebnisse von sechs der 57 Tests stünden noch aus.

Das neuartige Coronavirus ist besonders für ältere Menschen gefährlich. Die Behörden sind seit zwei Todesfällen in dieser Einrichtung alarmiert: Ein Heimbewohner (84) und eine Heimbewohnerin (87), beide mit Vorerkrankungen, sind bereits vorige Woche mit oder an einer Infektion mit dem Sars-Cov-2-Virus gestorben. Zudem befanden sich zuletzt zwei Bewohnerinnen, die nachweislich infiziert sind, im Krankenhaus. Ihnen soll es laut Geschäftsführer wieder besser gehen. Insgesamt beläuft sich damit die Zahl der bestätigten Infektionsfälle im Schmallenbach-Haus auf 28.

Das Deutsche Rote Kreuz unterstützte die Gesundheitsbehörden am Dienstag bei weiteren Coronavirus-Tests im Schmallenbach-Haus.

Einsatzfahrzeuge auf dem Hirschberg: Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt die Behörden bei weiteren Coronavirus-Tests im Schmallenbach-Haus. © Udo Hennes

Mit der sofortigen Quarantäne reagierte die Behörde in enger Abstimmung mit der Geschäftsleitung auf die alarmierende Entwicklung. Die 24 neuen bestätigten Fälle seien „eine Momentaufnahme“, sagt Kreissprecherin Rauert. Weitere Bewohner sollen getestet werden. Das Wichtigste bleibt aber die Isolierung der Bewohner und die Beobachtung und gegebenenfalls Behandlung ihrer Symptome.

Bedrückend wirkende Szenen spielten sich am Dienstag vor den Einrichtungen ab. Menschen mit Masken und weiterer Schutzkleidung waren zu sehen, wie sie bei der Erfassung von Testdaten halfen. Die Behörden waren dabei, weitere Kontaktpersonen innerhalb des Hauses (u.a. Pflegepersonal, hausinterner Pflegedienst, Servicekräfte) sowie externe Kontaktpersonen wie etwa Hausärzte oder Dienstleister zu ermitteln. Dabei wurden sie von Feuerwehrleuten und Rotkreuzlern unterstützt.

Vor dem Haus Hubertia half die Freiwillige Feuerwehr Fröndenberg bei Erfassung  von Coronavirus-Tests.

Vor dem Haus Hubertia an der Karl-Wildschütz-Straße hilft die Freiwillige Feuerwehr Fröndenberg bei der Erfassung von Coronavirus-Tests. © Udo Hennes

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