Coronakrise: Kurzarbeit schnellt hoch – „heftiger als bei der Finanzkrise“

dzWirtschaft

Die Liste der Unternehmen im Kreis Unna, die wegen der Coronakrise Kurzarbeit anmelden, wird immer länger. Die Agentur für Arbeit verzeichnete übers Wochenende einen enormen Anstieg.

Kreis Unna

, 18.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Coronakrise erfasst die heimische Wirtschaft mit voller Wucht. Innerhalb weniger Tage haben zwischen 50 und 100 Unternehmen im Kreis Unna Kurzarbeit angezeigt. Die Agentur für Arbeit in Hamm verzeichnet einen „enormen Anstieg“ seit Ende voriger Woche. Kurzarbeit-Anzeigen „in einem höheren zweistelligen Bereich“ liegen nach Angaben eines Sprechers vor.

Bereits bekannt ist, dass Unternehmen wie Uniq („Urlaubsguru“) in Holzwickede und der Gastronomie-Pächter der Stadthalle Unna („Catering Schimion“) einen erheblichen Auftragseinbruch zu verzeichnen haben und Kurzarbeit anzeigten.

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Allein dort sind fast 200 Mitarbeiter betroffen. Der Sprecher der Agentur für Arbeit nannte keine Namen von betroffenen Unternehmen und konnte auch nicht sagen, wie viele Mitarbeiter insgesamt durch die Entwicklung betroffen sind.

„Es ist ein enormer Anstieg auch im Kreis Unna zu verzeichnen“, sagte Agentursprecher Ulrich Brauer. Die Unternehmen zeigen die Kurzarbeit zunächst an, um die Voraussetzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld zu erfüllen. Genaue Zahlen liegen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor. Zur Einordnung: Ende Februar hatten 53 Unternehmen mit 1500 Mitarbeitern Kurzarbeit angemeldet.

Der Agentursprecher verglich die aktuelle Entwicklung mit der Zeit der Finanzkrise 2009. „Unser Eindruck ist, dass es jetzt heftiger ist als bei der Finanzkrise“, sagte er.

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Hotline und weitere Informationen

Arbeitgeber können für die Anmeldung von Kurzarbeit die bundeseinheitliche Hotline 0800/4555520 wählen. Das Telefonnetz der Agentur ist derzeit allerdings überlastet. Informationen stellt die Agentur auch online bei www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit bereit.

Vom Jobcenter Kreis Unna kam am Dienstagnachmittag der Hinweis, dass das Anrufaufkommen derzeit das Zehnfache des üblichen Niveaus übersteige. Nur in Notfällen sollten Kunden anrufen. Rechtliche Konsequenzen für nicht eingehaltene Gesprächstermine und Fristen drohen nicht. Alle Termine seien ohnehin abgesagt.

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