Corona: Bisher kein Fall in der Erstaufnahmeeinrichtung Massen, aber neue Regeln

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In der Erstaufnahmeeinrichtung Massen (EAE) gilt für die nächsten 14 Tage ein Aufnahmestopp. Das hängt mit dem Coronavirus zusammen - einen Krankheitsfall gibt es dort aber nicht.

Unna

, 19.03.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zu 800 Flüchtlinge kann die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) des Landes NRW in Massen aufnehmen. Aktuell gilt dort aber ein Aufnahmestopp. Denn die die EAE ist voll belegt. Für die kommenden 14 Tage wird dort niemand mehr aufgenommen. Hintergrund sind die neuen Regeln in der Verteilung von Asylsuchenden in Zeiten der Coronakrise.

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„Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, werden die ankommenden Flüchtlinge derzeit von der zentralen Landeserstaufnahmeeinrichtung in Bochum der Reihe nach auf die Erstaufnahmeeinrichtungen im Land verteilt - und zwar so lange, bis eine voll belegt ist. Dann ist die nächste an der Reihe und für die bereits belegten gilt automatisch ein Aufnahmestopp von 14 Tagen“, erklärt Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg im Gespräch mit unserer Redaktion. Außer Massen gibt es in NRW noch weitere Erstaufahmeeinrichtungen in

Dortmund, Essen, Bielefeld, Köln, Mönchengladbach, Münster und Burbach.

Auch die Spielstube, die von Ehrenamtlichen jeden Samstag für Flüchtlingskinder angeboten wird, muss derzeit wegen Corona pausieren.

Auch die Spielstube, die von Ehrenamtlichen jeden Samstag für Flüchtlingskinder angeboten wird, muss derzeit wegen Corona pausieren. © Anna Gemünd

Die EAE in Massen war in den vergangenen Tagen an der Reihe und ist jetzt voll belegt. Ein Rettungswagen mit Personal in Schutzkleidung, den Anwohner auf dem Gelände der EAE beobachten haben, ist mittlerweile wieder abgefahren. Er diente der Aufnahme der neu Ankommenden - und war nicht, wie von einigen Bürgern befürchtet, wegen eines Corona-Infizierten vor Ort.

„Auch hier wird natürlich auf gründliche Handhygiene geachtet und hingewiesen. Dies geschieht unter anderem über Aushänge in allen Sprachen, die gefordert sind.“
Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg

„Alle Flüchtlinge werden aktuell bereits in Bochum getestet“, erklärt Söbbeler. Bei Ankunft in der jeweiligen EAE erfolge dann grundsätzlich eine medizinische Untersuchung. „Und die wurde wegen Corona bewusst in einem Rettungswagen mit geschütztem Personal durchgeführt, um zu verhindern, dass ein möglicher positiver Ansteckungsfall gar nicht erst die Räumlichkeiten der EAE betritt“, so Söbbeler. Jetzt ist die Erstaufnahmeeinrichtung jedoch voll belegt und wird auch in den kommenden zwei Wochen niemanden mehr aufnehmen. Auf diese Weise soll das Ansteckungsrisiko minimiert werden.

Keine Zusammenkünfte erlaubt

Innerhalb der EAE gelten im Grunde die gleichen Regeln wie für alle anderen Bürger auch, sagt Christoph Söbbeler. „Auch hier wird natürlich auf gründliche Handhygiene geachtet und hingewiesen. Dies geschieht unter anderem über Aushänge in allen Sprachen, die gefordert sind.“ Zusammenkünfte wie Sport oder auch die Spielstube sind abgesagt.

„Die Erstaufnahmeeinrichtung ist für diese Menschen gerade quasi die Heimatadresse. Für sie gilt die gleiche Freizügigkeit wie für alle anderen auch - im Rahmen des derzeit Möglichen“, sagt Söbbeler.

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