Corona-Nachweis so einfach wie ein Alko-Test: Ärzte forschen an bahnbrechendem Verfahren

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Ein Atemtest so schnell wie die Polizei: So ähnlich wie ein Alko-Test soll der Schnelltest funktionieren, an dem das Klinikum Dortmund im Zusammenhang mit dem Coronavirus forscht. Finanzielle Hilfe dafür gibt es aus dem Kreis Unna.

Kamen

, 28.04.2020, 09:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich krank fühlt, aber nicht in das Corona-Testschema fällt, der hat auch nach wie vor kaum Chancen, zu erfahren, ob er an dem Virus erkrankt ist oder nicht, weil es schlichtweg an Testkapazitäten in den Labors fehlt. Das könnte sich mit einer bahnbrechenden Entwicklung ändern: Ein Virus-Test, für den nur Atemluft benötigt wird – ein Test, der so einfach und schnell wäre, wie der Atemtest bei der Alkoholkontrolle der Polizei.

Zurzeit läuft ein derartiges Forschungsprojekt am Klinikum Dortmund. Es wird dort erforscht, ob der Nachweis des Coronavirus Sars-CoV-2 durch einen einfachen Atemtest gelingen kann. Die Forschergruppe des Klinikums Dortmund wird von Professor Dr. Oliver Müller geleitet. Er ist seit dem 1. August vergangenen Jahres Direktor der Klinik für Neurochirurgie.

Das Forschungsteam am Klinikum Dortmund hält selbst den notwendigen Abstand bei seiner Arbeit.

Das Forschungsteam am Klinikum Dortmund hält selbst den notwendigen Abstand bei seiner Arbeit. © Klinikum Dortmund

Atemluft wird mit einem Gaschromatografen analysiert

Um einen Atemtest zu entwickeln, so schildert Dr. Oliver Müller, müsse die Atemluft vieler Infizierter und Erkrankter aufgefangen und mit einem sogenannten Gaschromatografen analysiert werden. Abstriche aus dem Rachen müssen zeitgleich auf das Virusgenom hin untersucht werden. Gesunde Freiwillige, die als Kontrollgruppe zur Verfügung stehen, werden in gleicher Weise untersucht.

All diese Daten müssen unter strengen Auflagen des Datenschutzes mit den Krankheitsverläufen, Labortest und radiologischen Untersuchungen, wie sie die klinische Behandlung der Covid-19-Erkrankung erfordert, abgeglichen werden.

Es benötigt Expertise, Zeit und Geld, um das Verfahren zu entwickeln
„Wenn sich das Verfahren als praktikabel erweist und es der Forschergruppe gelingt, das Virus wie bei einem Alkoholtest durch Blitzanalyse der Atemluft nachzuweisen, wären wir einen großen Schritt weiter.“
Hans-Jürgen Kistner, Rotary-Präsident

Wie der Virusnachweis durch einen Atemtest gelingen kann, darüber hat sich auch Hans-Jürgen Kistner, Präsident des Kamener Rotary-Clubs, jetzt zusammen mit zahlreichen Club-Mitgliedern bei einer Videokonferenz aus erster Hand informiert.

Sein Club unterstützt die Arbeit finanziell. Das Dortmunder Forscherteam ist auf Spenden angewiesen, da ihm aus verschiedenen Gründen der Zugang zu Bundesmitteln nicht möglich ist. Die Etablierung des Verfahrens, so heißt es, erfordere Expertise, Zeit und Geld.

Fragebogen der Berliner Charité im Internet

Corona-Tests werden weiterhin vor allem bei Personen durchgeführt, die an grippeähnlichen Symptomen erkrankt sind, sich in den vergangenen 14 Tagen in einer Region mit Coronavirus-Fällen aufgehalten haben oder in den vergangenen zwei Wochen Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall hatten. Für Menschen, die befürchten, sich mit dem Coronavirus (Sars-CoV-2) angesteckt zu haben, bietet zudem die Berliner Charité unter https://covapp.charite.de/ einen persönlichen Fragebogen im Internet an, dessen automatische Auswertung anzeigt, ob man sich auf eine Infektion testen lassen sollte oder nicht.

Der Rotary-Club Kamen folgt einem aktuellen Spendenaufruf des Klinikums Dortmund und unterstützt das Forschungsprojekt mit 1.000 Euro.
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