Corona lässt Umsatz bei Getränke Krieger einbrechen

dzGetränkehandel

Gastronomie ausgebremst, alle Feste abgesagt: Eine Firma, deren Kerngeschäft Getränke sind, hat es schwer in diesen Tagen. Da wird auch der „Vatertag“ wenig helfen.

Unna

, 21.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwanzigtausend Liter Bier hätten die Besucher beim Stadtfest Unna in diesem Jahr voraussichtlich getrunken, wenn das Stadtfest einigermaßen durchschnittlich über die Bühnen gegangen wäre. Es gibt aber gar kein Stadtfest. Und das trifft besonders hart diejenigen, die diese 200 Hektoliter geliefert hätten: Der Umsatz bei Getränke Krieger bricht in diesem Jahr massiv ein.

Zwei Drittel weniger Umsatz

„Hier läuft alles auf 30 Prozent“, sagt Frank Kleinert, verantwortlicher Mitarbeiter des Unnaer Getränkegroßhandels. Seitdem die Corona-Krise das öffentliche Leben lahmgelegt hat, steht bei Krieger vieles still. Restaurants und Gaststätten konnten wochenlang keine Getränke verkaufen. Feste mit durstigen Gästen gibt es nicht. „Und das bis Ende des Jahres“, sagt Kleinert. Er rechnet mit zwei Dritteln weniger Umsatz als 2019.

Das Geschäft mit Getränken unterliegt immer Schwankungen. Vor allem das Wetter spielt eine Rolle. Nach einem verregneten Stadtfest muss Krieger einige volle Fässer wieder abholen. Einen Einschnitt wie jetzt durch das Virus hat es aber bisher nicht gegeben. „Das ist ja für uns alle eine Premiere“, sagt Kleinert.

Kurzarbeit und Zwei-Schicht-System

Krieger beschäftigt insgesamt 28 Mitarbeiter. Die Firma reagiert auf die Krisenlage mit Kurzarbeit und einem Zwei-Schicht-System als Vorsorge für den Fall, dass sich jemand anstecken sollte. Entlassen werde niemand, wenn es nicht unbedingt sein muss. Das sei die Maxime der Unternehmensinhaber, so Kleinert.

Nach wie vor kaufen Privatleute Flüssiges in Kriegers Getränkemarkt. Ebenso verlässlich seien Krankenhäuser oder Altenheime als Kunden. Außerdem werde derzeit der Lieferservice stark genutzt von Kunden, die früher Getränke eher abgeholt hätten. So ließen sich deutlich mehr Firmen als bisher Getränke bringen, um ihre Mitarbeiter vor Kontakten zu schützen, so Kleinerts Beobachtung.

Kunden brauchen Beratung mehr denn je

Bei Krieger ist man froh, dass Gaststätten jetzt wieder öffnen dürfen. Ein freundschaftlicher Umgang präge die Geschäftsbeziehungen zu diesen teils langjährigen Stammkunden. Krieger helfe ihnen durch Entgegenkommen; ja, selbst mit Beratung. Er habe schon manchen Gastronom aufgeklärt, was dieser jetzt wieder darf und was nicht, berichtet Kleinert. Es herrsche an vielen Stellen Unsicherheit. Wenn eine Brauerei beispielsweise die aktuellen Statuten verschicke, aber eben die von Niedersachsen, dann sei das nicht unbedingt hilfreich.

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