BVB-Fanclub zum Geisterspiel-Revierderby: „Man freut sich mit angezogener Handbremse“

dzBVB-Schalke

Schwarz-Gelb und international gefärbt ist der Fußball-Fanclub, den Magnus Memmeler aus Kamen leitet. Vor dem Revierderby BVB-Schalke sorgt er sich, dass die Geisterspiel-Fortsetzung der Bundesliga als „Modellversuch in die Hose geht“.

Kreis Unna

, 16.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wenn die Bundesliga wieder startet, ist das normalerweise ein Grund zur Freude. Trifft das auch auf die Saison-Fortsetzung nach der Corona-Zwangspause zu? „Wirklich freuen wie auf ein normales Fußballspiel tut sich keiner von uns“, sagt Magnus Memmeler vom Fanclub „BVB International“. „Man freut sich mit angezogener Handbremse, dass Fußball in irgendeiner Form wieder erlebbar gemacht wird. Aber fast alle Fans haben die Sorge, dass dieser Modellversuch in die Hose geht.“

Solche Skepsis spiegelt sich auch in einer aktuellen Umfrage für den „Deutschlandtrend“ der ARD wider. 56 Prozent der Befragten sind gegen die Fortsetzung der Bundesliga, ein Drittel dafür, 31 Prozent interessieren sich nicht für Fußball, ein Prozent antwortete nicht.

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Memmeler will das Revierderby BVB gegen Schalke am Samstag nicht im Kreis von Freunden, sondern zu Hause mit der Familie verfolgen. Während der frei empfangbaren Bundesliga-Konferenz des TV-Senders Sky wird das Webradio von Borussia Dortmund laufen. „Nobby Dickel wird schon für Stimmung sorgen“, meint Memmeler.

Die Bundespolizei warnte Fans am Freitag, am Spieltag zum Stadion zu reisen. Ähnliche Appelle, auf einen Empfang der Mannschaften zu verzichten, gibt es von Fangruppen wie dem „BVB International“. Memmeler meint: „Ein Gutteil wird sich daran halten, aber ich kann meine Hand nicht ins Feuer legen für die fünf Prozent Idioten, die jede Gesellschaftsgruppe hat.“

Der Vorsitzende der internationalen Fangemeinde (180 Mitglieder) weist darauf hin, dass sich alle Fangruppen davon distanziert hätten, „was bei den Aluhüten abgeht“. Damit spielt er auf Befürchtungen an, dass sogenannte Corona-Skeptiker und -leugner die Stadionkulisse für Demonstrationen ausnutzen könnten.

Von solchen „vermeintlichen Demokratie-Kämpfern“ sollten sich Fußballfans distanzieren. „Die dramatisieren die Situation so, als hätten wir uns wochenlang im Bunker leben und uns nur von Dosenfutter ernähren müssen.“

Memmeler ist beruflich im Gesundheitsbereich tätig und „weil ich aus dem Bereich komme, halte ich die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für verhältnismäßig und erfolgreich“.

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