Geister-Derby gegen Schalke: BVB-Fans zwischen Enttäuschung und Verständnis

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Das Geisterspiel in der Champions League in Paris war erst der Anfang. Nun wartet auf den BVB am Samstag ein „Geister-Derby“ gegen Schalke 04. Für die BVB-Fans im Kreis Unna ein „Stich ins Herz“.

Kreis Unna

, 12.03.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 1 min

Heimspieltag, Derbyzeit, 15.30 Uhr: Für Jürgen Siegner und die Mitstreiter vom BVB-Fanclub „Howitown“ in Holzwickede wäre der Ablauf unter normalen Umständen am Samstag klar: „Dann machen sich 30 bis 40 von uns mit dem Zug auf nach Dortmund und dann stehen wir auf der Süd“, sagt Siegner.

Mitglieder des 1993 gegründeten Fanclubs sind bei jedem Heimspiel im Stadion, besuchen fast alle Auswärtsspiele und auch Fußballreisen durch Europa gehören dazu. „Auch für Paris hatten einige von uns Tickets. Da ist die Reise natürlich flach gefallen“, sagt der Fanclub-Vorsitzende.

Dass das Derby am Samstag ohne Zuschauer im Westfalenstadion stattfindet, ist aus Fansicht laut Siegner „ein Stich ins Herz.“ Das ist die emotionale Reaktion des 57-Jährigen.

BVB-Fans zwischen Emotionen und Rationalität

Auf rationaler Ebene sagt der Holzwickeder aber auch ganz klar: „Wir akzeptieren die Entscheidung und haben auch Verständnis dafür. So eine Situation ist noch nie vorgekommen. Wir hoffen jetzt einfach, dass man die Lage in den Griff bekommt“, sagt Siegner.

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Noch hat er die Hoffnung, dass zumindest das Topspiel gegen Bayern München in Dortmund am 4. April wieder mit Zuschauern stattfindet. Stand jetzt würde auch diese Partie wohl ohne Fans im Stadion angepfiffen.

Paris war in der Vergangenheit auch für die Howitown-Borussen aus Holzwickede bereits eine Reise wert. Auch für den aktuellen Vergleich zwischen Paris und Dortmund hatten Mitglieder des Fanclubs bereits Karten, mussten die Reise letztlich aber absagen.

Paris war in der Vergangenheit auch für die Howitown-Borussen aus Holzwickede bereits eine Reise wert. Auch für den aktuellen Vergleich zwischen Paris und Dortmund hatten Mitglieder des Fanclubs bereits Karten, mussten die Reise letztlich aber absagen. © Archiv

Revierderby auf der Couch statt auf der Südtribüne

Statt im Stadion wird Jürgen Siegner das Revierderby am Samstag ausnahmsweise auf der Couch verfolgen. „Ich denke, dass ich mit zwei, drei Freunden schauen werde.“

Von einer Fahrt zum Stadion hält er nichts: „Wir haben uns dazu untereinander ausgetauscht. Im Fanclub finden wir das nicht sinnvoll. Wir sind zwar Fußballfans, aber auch Familienväter und -mütter. Jetzt das Risiko einzugehen und zu sagen: Ich will unbedingt das Derby in Dortmund sehen, dafür ist mir die Situation zu krass und zu gefährlich.“

Der Pay-TV-Sender „Sky“ wird die Konferenzen der kommenden beiden Bundesliga-Spieltage live im Free-TV auf „Sky Sport News“ übertragen. Am Samstag beginnt die Übertragung der Bundesliga um 14 Uhr, Anpfiff ist um 15.30 Uhr.
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