Bus-Anbindung für Lippewerk in Lünen nicht auf Kosten anderer

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Grundsätzlich eine prima Idee: Das Gewerbegebiet Lippholthausen mit dem Lippewerk von Remondis soll an den Nahverkehr angebunden werden. Doch ein entsprechender Probelauf droht zu scheitern.

Kreis Unna

, 09.10.2018, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Lippewerk von Remondis ist nicht nur Europas größtes Recycling-Zentrum, sondern mit 1500 Mitarbeitern auch einer der größten Arbeitgeber in Lünen. Da ist es nur sinnvoll, das Werk und das umliegende Gewerbegebiet endlich an den ÖPNV anzubinden – denn bisher haben die dort Tätigen zum Auto kaum eine Alternative.

Lünen will eine teurere Lösung

Doch Plänen, das Gelände in einem Testversuch mit einem Shuttlebus an die bestehende Buslinie C1 anzuschließen, erteilte die Politik aus Lünen kurzfristig und überraschend eine Absage. Landrat Michael Makiolla zitierte am Dienstag im Kreistag aus einer E-Mail der Stadt Lünen, wonach die vorgeschlagene Anbindung nicht gewünscht sei. Stattdessen habe der Lüner Hauptausschuss einstimmig beschlossen, dass die Linie C1 das Gewerbegebiet Lippholthausen entweder direkt anfahren soll oder eine gänzlich neue Buslinie zwischen den Busbahnhöfen Lünen und Brambauer verkehren und für die Anbindung sorgen solle. Der Haken bei der Sache: Die nun von der Lüner Politik präferierte Lösung käme deutlich teurer als die Shuttle-Variante, die der Kreis Unna, die Stadtverwaltung Lünen und auch Remondis abgestimmt hatten.

„Die Stadt Lünen hat einen Beschluss zulasten Dritter gefasst.“
Landrat Michael Makiolla

Der Landrat rechnete vor, dass die Lüner Variante rund 300.000 Euro kosten würde – im Gegensatz zu 140.000 Euro für die des Kreises. Nach dem bisherigen Verteilmechanismus, so Makiollas Rechnung weiter, entfielen 150.000 Euro statt 70.000 Euro auf den Kreis Unna, 49.000 Euro würde die Stadt Lünen bezahlen. Und 101.000 Euro würden über die kreiseigene Busgesellschaft VKU umgelegt – und damit auch auf die anderen Städte und Gemeinden. Makiolla deutlich: „Die Stadt Lünen hat einen Beschluss zulasten Dritter gefasst.“

Das Gespräch mit Lünen suchen

Die Kreistagsabgeordneten – auch und vor allem die aus Lünen – äußerten sich ähnlich. Günter Bremerich (CDU) bekannte, von dem Beschluss des Hauptausschusses „einigermaßen überrascht“ worden zu sein. Brigitte Cziehso (SPD) und andere baten den Landrat, noch einmal das Gespräch mit Lünen zu suchen. Und CDU-Fraktionschef Wilhelm Jasperneite kündigte an, mit der CDU-Ratsfraktion in Lünen sprechen zu wollen. Noch habe der Rat dort schließlich nicht entschieden. „Vielleicht kriegen wir noch eine Besinnung hin.“