Bürger verzweifeln an Terminvergabe bei der Zulassungsstelle des Kreises Unna

dzKreishaus Unna

Wie groß die Bedeutung der Zulassungsstelle für die Menschen ist, weiß der Kreis Unna. Und dennoch muss er in Corona-Zeiten improvisieren. Das sorgt zum Teil für Verzweiflung. Ein Fall aus Unna.

Unna

, 01.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war die Alternative in Corona-Zeiten: Der Wohnwagen, den ein Mann aus Unna von einem Privatbesitzer kaufte, sollte gleich an den Pfingsttagen zum Einsatz kommen. Das Angebot kam also gerade recht – der Unnaer griff zu.

Vor dem Urlaub waren nur noch zwei Dinge zu tun: einen Platz auf dem Campingplatz reservieren und den Wohnwagen anmelden. Zweiteres erwies sich jedoch als schwierig, denn wer ein Fahrzeug – und eben auch einen Anhänger – anmelden will, braucht dafür einen Termin.

Kreis hat keinen Zugriff auf das System

Die Terminvergabe bei der Zulassungsstelle des Kreises Unna ist nur online möglich. Ab 8 Uhr sind Buchungen möglich. Es bedarf einiger Einträge, dann noch speichern – und dann soll der Termin fix sein. Das Problem: Der neue Wohnwagenbesitzer bekam immer wieder die Info, dass der gewünschte Termin inzwischen vergeben sei. Der Ärger wurde von Tag zu Tag größer.

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Beim Kreis Unna kennt man die Problematik. „Es gibt immer wieder Beschwerden, was wir auch verstehen können. Wir können aktuell leider keine Abhilfe schaffen, da wir keinen unmittelbaren Zugriff auf das System haben“, erklärt Kreis-Sprecherin Constanze Rauert, dass der Kreis das Heft des Handelns nicht in Händen hält.

Zudem müssten auch bei den Arbeitsabläufen im Bürgerbüro die Hygienevorschriften (Abstandsregeln) eingehalten werden. Das heiße konkret, dass von insgesamt 13 Terminschaltern aktuell im Kreishaus Unna nur drei besetzt werden dürfen.

Zulassungsdienste als Alternative

Wer ein Fahrzeug anmelden will, hat aber noch eine Alternative: Zulassungsdienste. Diese erledigen die Anmeldung für Interessierte. Auch der neue Wohnwagenbesitzer wollte diese Option ziehen, als die Zeit bis Pfingsten knapp wurde – und erlebte gleich die nächste Überraschung. Während ein Anbieter 130 Euro für den Service verlangte (zusätzlich zu den ohnehin anfallenden Gebühren), bot ein anderer denselben Service für 25 Euro an.

„Wie kann es sein, dass da so große Unterschiede sind“, fragt sich der Unnaer. Tatsächlich ist es wohl Marktwirtschaft. Die Nachfrage nach dem Service ist derzeit groß, da langt manch ein Anbieter offenbar richtig zu. Das Beispiel zeigt jedenfalls: Vergleichen lohnt sich.

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Die Kontingente, die der Kreis Unna für die Dienstleister und Autohäuser braucht, gehen übrigens nicht auf Kosten der Bürger. „Der Kreis hat während der Kreishausschließung einen Händlerbetrieb aufrecht erhalten, der nun parallel weitergeführt, nicht aber vom normalen Kundenbetrieb abgeknapst wird. Heißt: Es gibt in Unna die drei Terminschalter für Anfragende und zusätzlich die Händlerstraße“, klärt Constanze Rauert auf.

Immerhin: Der neue Wohnwagen ist inzwischen angemeldet und war rechtzeitig zu Pfingsten reisebereit. Fehlte nur noch der freie Platz auf dem Campingplatz.

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