Betroffenheit nach Unfall im Lippe Bad: Sechsjähriger noch immer auf der Intensivstation

dzSturz vom Sprungturm

Tiefe Betroffenheit herrscht nach dem tragischen Unfall im Lippe Bad. Ein Junge war vom Sprungturm auf den Boden gestürzt. Er schwebt in Lebensgefahr, doch es gibt Anzeichen von Hoffnung.

Lünen

, 21.06.2019 / Lesedauer: 3 min

„Es tut uns unendlich leid“, erklärte Dr. Achim Grunenberg, Geschäftsführer der Bädergesellschaft Lünen, die das Lippe Bad betreibt. „Wir hoffen, dass es dem Jungen bald besser geht.“ Wie die Polizei erklärte, sei von einem Unfall auszugehen.

Lippe Bad war gut besucht

Viele Gäste hatten am Donnerstag (20.6.) den Feiertag zum Besuch des Bades an der Konrad-Adenauer-Straße genutzt. Um 11.45 Uhr passierte dann das Unfassbare: Ein sechsjähriger Junge aus Datteln wollte auf den Drei-Meter Turm klettern. „Von Kollegen weiß ich, dass er wohl im oberen Teil der Leiter zu Fall gekommen ist und auf den Boden stürzte“, schildert Grunenberg.

Betroffenheit nach Unfall im Lippe Bad: Sechsjähriger noch immer auf der Intensivstation

Gesperrt ist der Drei-Meter-Turm im Lippe Bad seit dem schweren Unfall am Donnerstag (21.6.). © Quiring-Lategahn

Ein Schwimmmeister, der sich in unmittelbarer Nähe befand, habe sofort geholfen, den Verletzten stabilisiert und die Rettungskräfte gerufen. Auch Rettungshubschrauber Christoph 8 war im Einsatz. Nach Auskunft der Polizei von Freitag (21.6.), besteht noch immer Lebensgefahr. Die Kurve gehe aber leicht nach oben.

Nach Unfall wurde das Lippe Bad geräumt

„Um die Arbeit der Rettungskräfte sicherzustellen, wurde das Bad sofort geräumt“, so Grunenberg. Nach seinen Informationen sei alles sehr geordnet verlaufen. Die Gäste des gut besuchten Bades hätten sehr verständnisvoll reagiert. Eine Schwimmerin habe sogar geholfen.

Rettungskräfte und Notfallseelsorger im Einsatz

Der Vater des Jungen musste mitansehen, wie sein Kind stürzte. Er wurde ebenfalls von den Rettungskräften betreut. Ein Seelsorger war vor Ort.

Nach dem Unglücksfall blieb das Lippe Bad am Donnerstag geschlossen. „Es war eine sehr belastende Situation“, erklärte Grunenberg. Die Mitarbeiter wären nicht mehr in der Lage gewesen, weiterzuarbeiten. Am Freitag (21.6.) war wieder ganz normal geöffnet. Der Sprungturm blieb aber gesperrt.

Seepferdchen Voraussetzung für Sprungturm

Einen solchen Vorfall habe es in den acht Jahren seit Bestehen des Bades noch nicht gegeben, so Grunenberg. Jährlich nutzen 220.000 Besucher den Schwimmbereich. Es sei schon mal zu Kreislauf- oder Herzproblemen im Wasser gekommen.

Nach einer internen Regelung dürfe der Drei-Meter-Turm genutzt werden, sobald Schwimmer das Seepferdchen hätten. Das würde in anderen Bädern auch so gehandhabt. Nach Informationen von Grunenberg habe der Junge dieses Schwimmabzeichen gehabt.

Bädergesellschaft wird Unfall analysieren

Die Bädergesellschaft werde den Unfall am Montag genau analysieren. „Wir werden ihn auch zum Anlass nehmen, die Sicherheit im Bad zu überprüfen“, so Grunenberg. In der Zwischenzeit habe er versucht die Eltern zu erreichen. „Die Situation geht uns allen sehr nahe.“

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