Bei der Zertifizierung des Hansa Berufskollegs stehen die Schüler im Mittelpunkt

dz„Internationale Mobilität“

Seit mittlerweile 19 Jahren gehört der Auslandsaufenthalt für viele Hansa-Berufsschüler zur Ausbildung dazu. Die Urkunde ist nun das i-Tüpfelchen auf dem Schulkonzept.

Kreis Unna

, 05.11.2018, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Konzept des Berufskollegs, schon bei der Ausbildung darauf zu setzen, einen Auslandsaufenthalt von bis zu drei Monaten am Stück zu ermöglichen, geht auf. Belegt wird dies nicht nur dadurch, dass der Schule am Montag das Zertifikat „Internationale Mobilität“ verliehen worden ist, sondern gerade der Programmablauf der Zertifikatsfeier spiegelt wider, ohne welche Gruppe eine solche Entwicklung gar nicht möglich wäre – die Schülerinnen und Schüler. Neben Schulleiter Günter Schmidt stand somit Isabelle Püthe auf dem Podium und leitete als Co-Moderatorin durch die Veranstaltung.

In Zahlen

Das Hansa Berufskolleg

Schulträger des Hansa Berufskollegs ist der Kreis Unna. Rund 2500 Schülerinnen und Schüler werden von gut 100 Lehrerinnen und Lehrern betreut. 19 verschiedene Bildungsgänge werden angeboten. Zwei Drittel der Schüler befinden sich in unterschiedlichen Ausbildungsgängen der Berufsschule als Partner im dualen Ausbildungssystem. Zehn Prozent der Auszubildenden verbringen einen Lernabschnitt ihrer Ausbildung im Ausland.

Die 22-Jährige macht derzeit ihre Ausbildung zur Industriekauffrau und hat selbst im vergangenen Jahr drei Monate in Irland verbracht. Bei ihrem Praktikum in einem Unternehmen in Cork konnte sie am eigenen Leib erfahren, welche Unterschiede zwischen betrieblichen Strukturen sich über die Ländergrenzen ergeben. „Das war natürlich erst einmal ziemlich aufregend und ich war sehr gespannt darauf, wie es in Irland wohl sein wird“, berichtet die angehende Industriekauffrau von ihren Gedanken vor der Reise.

Die kleinen Unterschiede kennenlernen

„Ich bin dann aber sehr gut aufgenommen worden in meinem dortigen Betrieb und habe dadurch auch schnell Kontakt zu den Einheimischen gefunden“, so Püthe weiter. Ein weiterer Vorteil des Auslandsaufenthalts während der Ausbildung. Bei Auslandsjahren im Studium sei man schließlich oftmals lediglich unter anderen Studenten und lerne weniger von den Eigenheiten des Landes kennen. Demnach sei der Aufenthalt in Irland nicht nur eine wertvolle Erfahrung gewesen, sondern habe freilich auch dabei geholfen, die Prüfung zur Fremdsprachenkorrespondentin abzulegen; was sicherlich im weiteren Berufsleben ebenso hilfreich sein wird.

Auch der 22-jährige Niklas Neumann hat bereits einen Auslandsaufenthalt hinter sich. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann hat er in Bologna vor allem eins gelernt: „Die Italiener gehen an viele Dinge entspannter heran, als wir Deutsche.“ Das könne bei internationalen Kontakten, die gerade im Speditionswesen an der Tagesordnung sind, schon einmal zu Spannungen führen. Etwa, wenn man in Deutschland gewohnt sei, dass eine Anfrage in zehn Minuten erledigt ist, in Italien aber schon einmal ein paar Stunden vergehen können, bis es eine Antwort gibt. „Das muss man wissen, dann kann man sich auch darauf einstellen“, resümiert Neumann.

Vorteile im kulturellen Miteinander

Noch deutlicher werden die kulturellen Unterschiede beim Blick nach Asien. Auch der Austausch mit China gehört für die Schüler des Hansa-Berufskollegs dazu. „Hierbei sind es vor allem protokollarische Details, die den Schülern dadurch große Vorteile im späteren Berufsleben verleihen“, weiß Günter Schmidt.

Bei der Zertifizierung des Hansa Berufskollegs stehen die Schüler im Mittelpunkt

Günter Schmidt (Schulleiter) und Marion Kadoch (Koordinatorin für den internationalen Bereich)

Der Schulleiter sieht darin eine gleich vierfach „Win“-Situation. „Auf der einen Seite profitieren natürlich die Schüler von den Erfahrungen, die natürlich auch zur Persönlichkeitsbildung junger Menschen beitragen.“ Darüber hinaus seien aber auch die Ausbildungsbetriebe und die zukünftigen Arbeitgeber im Vorteil, dass sie umfassender ausgebildete Mitarbeiter haben. Gerade mit Blick auf den chinesischen Markt als Partner vieler deutscher Firmen kann schon ein der fernöstlichen Etikette entsprechendes Firmenessen einen Grundstein für eine gelungene betriebliche Zusammenarbeit legen. Zuletzt sei es natürlich das Berufskolleg und somit auch der Kreis Unna als Träger der Bildungseinrichtung, die von einer hohen Qualität der Ausbildung profitieren. Dementsprechend stolz zeigte sich auch Landrat Michael Makiolla, der betonte: „Dass wir es hier in der ,Provinz‘ schaffen eine Ausbildung mit internationaler Ausrichtung von einer derart hohen Qualität anzubieten, dass uns nun dieses Zertifikat verliehen wird, ist einfach toll. Die Zukunft der Wirtschaft ist international, das haben wir hier im Kreis Unna verstanden.“

Bei der Zertifizierung des Hansa Berufskollegs stehen die Schüler im Mittelpunkt

Kleines Blatt Papier, große Anerkennung. Das Hansa Berufskolleg ist jetzt mit dem Zertifikat „Internationale Mobilität“ ausgezeichnet worden.

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