Auf Gran Canaria gestrandetes Paar aus Kamen übt sich in südländischer Gelassenheit

dzUrlaub in Coronazeiten

Ausgangssperre auf Gran Canaria? Die meisten Urlauber wünschen sich wohl etwas anderes. Ein Paar aus Kamen nimmt es gelassen – und fühlt sich in seinem Wohnmobil am Strand wohl.

Unna

, 19.03.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Daheimgebliebenen brauchen sich um Wolfgang und Sigrid Grundmann wahrlich keine Sorgen zu machen. Zwar ist das Paar aus Kamen auf der Insel Gran Canaria gestrandet, doch das nehmen die beiden Urlauber mit fast schon südländischer Gelassenheit.

„Grüße aus dem sonnigen Süden“, steht in der Betreffzeile der E-Mail, die die beiden Kamener an unsere Redaktion geschickt haben. Klingt nach Postkartenidylle – und tatsächlich hat die Kanareninsel ja auch ihren Reiz. Wären da nicht das Coronavirus und die strengen Auflagen samt Ausgangssperre.

„Seit Sonntag ist Ausgangssperre auf Gran Canaria, wie auf allen kanarischen Inseln“, berichten die Grundmanns. Von eingesperrt könne aber keine Rede sein: „Man soll zu Hause bleiben und darf einkaufen, zum Arzt oder Apotheke. Ist uns sehr Recht, denn wir wollen uns nicht anstecken und sind sogar froh darüber.“

Schlangen vor den Supermärkten

Vor Supermärkten stehe man Schlange, immer mit etwa zwei Metern Abstand zum nächsten Kunden. Verlasse ein Kunde den Laden, dürfe der nächste hinein.

Das klingt nach einer geübten Praxis und auch die Kamener finden das gut. „Dann gibt es aber Menschen, die das nicht einhalten wollen, andere auch noch gefährden und darüber schimpfen“, sind es wohl vor allem Deutsche, die diese Praxis nicht mögen.

Mit dem Wohnmobil an der Promenade

„Wir wohnen im Wohnmobil und stehen auf einem Parkplatz an der Promenade. Die Promenade ist abgesperrt worden, trotzdem laufen dort Etliche herum und missachten die Gesetze. Sie reißen sogar die Absperrungen ab, um nicht drüber steigen zu müssen“, ärgern sich die Grundmanns weniger über die Einschränkungen als vielmehr über das Missachten der Regeln.

„Heute durften wir in einem Hotel duschen, weil es jetzt schwierig ist, Brauchwasser aufzufüllen und auch es zu entsorgen. Die Leute dort lagen gemütlich auf den Liegen und sonnten sich – natürlich nur mit Abstand“, wird Alltägliches in Corona-Zeiten zu etwas Besonderem.

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Die Grundmanns müssen erst einmal auf ihrem Parkplatz stehenbleiben. „Nach Deutschland können wir mit dem Wohnmobil nicht fahren, denn spätestens an der Grenze zu Frankreich kommen wir nicht mehr weiter. Da sind wir hier besser aufgehoben, auch wegen der Ansteckungsgefahr.“

Viele Urlauber wieder in ihrer Heimat

Viele Urlauber seien schon abgereist. „Man wird gut informiert durch Radio, Facebook usw.“ Sogar eine Hotline mit einem Arzt kann genutzt werden. Man werde nicht alleine gelassen. „Wir machen das Beste daraus in unserem kleinen Wohnmobil. Wir haben alles, was wir brauchen. Wir haben Spiele mit, Fernsehen, Internet und wir haben uns - und hoffen nur noch, dass wir gesund bleiben.“ Selbstmitleid sei nicht angebracht.

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Und dann kündigen die Urlauber auch noch ihre Rückkehr in die Sesekestadt an: „Kamen, wir kommen wieder! Wann? Keine Ahnung, wann diese Krise vorbei ist und es kein Risiko mehr für uns gibt.“

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