Arbeitslosigkeit im Kreis Unna sinkt im Oktober weiter

Arbeitsmarkt

Die Konjunkturaussichten sind nicht mehr ganz so rosig, doch der Aufschwung am Arbeitsmarkt hält an. Im Oktober waren im Kreis Unna mehr als 1000 Menschen weniger auf Jobsuche als vor einem Jahr.

Kreis Unna

, 30.10.2018, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Arbeitslosigkeit im Kreis Unna sinkt im Oktober weiter

© picture alliance / Uwe Anspach/d

231 weniger Arbeitslose zählte die zuständige Arbeitsagentur Hamm allein im Vergleich von Oktober zu September – eine kräftige Herbstbelebung. 14.446 Menschen sind aktuell insgesamt auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,8 Prozent. Im Vergleich zum Oktober 2017 ging die Arbeitslosigkeit sogar um 1159 Personen zurück. Damals hatte die Quote noch bei 7,5 Prozent gelegen. Für Arbeitsagenturchef Thomas Helm sind die aktuellen Zahlen Ausdruck eines „sehr robusten“ Arbeitsmarkts, von dem nicht nur gut ausgebildete junge Menschen, sondern auch Ältere, Ausländer und Langzeitarbeitslose profitierten. Fragen und Antworten zum Thema.

Wie steht es um die Jugendarbeitslosigkeit?

Arbeitslose unter 25 Jahren gibt es derzeit 1021. Das sind 88 weniger als im September und 188 weniger als vor einem Jahr. Vor fünf Jahren gab es sogar noch 1728 junge Arbeitslose. Landrat Michael Makiolla rief damals das Ziel der Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit bis 2020 aus. Momentan sieht es so aus, als könnte es erreicht werden.

Wie sieht es bei den älteren Arbeitslosen aus?

Als „älter“ gelten Arbeitslose, wenn sie das 55. Lebensjahr überschritten haben. Dies gilt im Kreis Unna derzeit für jeden fünften Arbeitslosen, im Oktober lag die Zahl bei 3073. Sie sind tendenziell schwerer zu vermitteln, doch auch hier ist ein Rückgang sichtbar: Vor zwölf Monaten gab es noch 143 ältere Arbeitslose mehr.

Profitieren die Langzeitarbeitslosen auch vom Aufschwung?

Ja, wenn auch abgeschwächt, da sie häufig über geringere Qualifikationen verfügen und mit verschiedenen persönlichen Problemen zu kämpfen haben. Aber immerhin: 5876 Langzeitarbeitslose (mindestens ein Jahr ohne Job) im Oktober 2018 bedeuten im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 612. Eine Gefahr sehen Arbeitsmarktexperten darin, dass das erfolgreiche Beschäftigungsprogramm „Soziale Teilhabe“ zum Jahresende ausläuft. Über 600 Menschen droht der Rückfall in die Arbeitslosigkeit, wenn sie keine Anschlussperspektive finden.

Wie viele Flüchtlinge befinden sich unter den Arbeitslosen?

Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Fluchthintergrund stieg im Oktober leicht um sechs auf 956. Die meisten von ihnen haben einen syrischen Pass (519), gefolgt von 95 aus dem Balkan, 79 aus dem Irak und 49 aus Afghanistan. Insgesamt zählte die Arbeitsagentur 3551 Arbeitslose ohne deutschen Pass.

Wie unterschiedlich verteilt ist die Arbeitslosigkeit in den zehn Städten und Gemeinden des Kreises?

Sehr unterschiedlich. Werne und Schwerte weisen mit jeweils 4,9 Prozent die geringsten Arbeitslosenquoten auf, Unna folgt mit 5,6 Prozent. Die höchsten Arbeitslosenquoten haben Lünen (9,6) und Bergkamen (8,7), gefolgt von Kamen (7,1). Grundsätzlich keine Quoten veröffentlicht die Arbeitsagentur für Städte und Gemeinden mit weniger als 15.000 zivilen Erwerbspersonen, was im Kreisgebiet für Holzwickede, Fröndenberg, Bönen und Selm gilt. Ein Blick auf die absoluten Zahlen zeigt aber auch hier ein sehr heterogenes Bild: Während Holzwickede (462 Arbeitslose) und Fröndenberg (487) mit Abstand die wenigsten Arbeitslosen zählen, hat Selm mit 820 sogar mehr als das einwohnerstärkere Werne.

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Wie fällt die Prognose aus?

Kurzfristig auf jeden Fall gut, auch für geringer qualifizierte Menschen. Denn die Wirtschaft brummt, die Deutschen sind in Kauflaune. Das bringt gerade in der Vorweihnachtszeit einen hohen Personalbedarf im Handels- und Logistikbereich mit sich. 4351 unbesetzte Arbeitsstellen vermeldet die Arbeitsagentur für Oktober, 635 mehr als zum selben Zeitpunkt 2017.

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