Angst vor dem Coranavirus ist kein Versicherungsfall

dzVersicherungsschutz

Die Sorge vor dem Coranavirus nimmt immer größere Ausmaße an. Eine Reise aus Angst nicht anzutreten, bedeutet aber nicht, dass automatisch Versicherungen haften. Es gibt feste Regeln.

Kreis Unna

, 09.03.2020, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Messen und Großveranstaltungen werden abgesagt, die Börsen sind auf Achterbahnfahrt und manche tätigen aus Angst vor einer Pandemie Hamsterkäufe: Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus hat erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben. Deshalb fragen sich viele Privatleute ebenso wie Gewerbetreibende, ob man sich gegen die Folgen des Coronavirus versichern kann.

Lohnfortzahlung bei Krankheit

Wenn Arbeitnehmer erkranken, bekommen sie zunächst Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen erhalten nach Ablauf der Entgeltfortzahlung durch ihren Arbeitgeber Krankengeld, wenn sie arbeitsunfähig sind oder sich in Krankenhausbehandlung befinden oder an einer durch ihre Krankenkasse eingeleiteten stationären Kurmaßnahme teilnehmen.

„Das ausgezahlte Krankengeld entspricht jedoch nicht dem vollen Nettolohn“, sagt Bodo Temme vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Als Faustregel gilt: Der Zahlbetrag des Krankengeldes beträgt ca. 76 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.“

Schutz für Privatversicherte

„Privatversicherte haben Anspruch auf die Leistungen ihrer jeweiligen privaten Krankenversicherung, die in der Regel mehr beinhalten als bei gesetzlich Versicherten, wie zum Besipiel ein Ein-Bett-Zimmer, Privatarztbehandlung etc.“, informiert Temme. „Auch privatversicherte Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall Lohnfortzahlung. Danach greift die private Krankentagegeldversicherung, die die private Krankenversicherung individuell ergänzt.“

Angst löst keinen Versicherungsschutz aus

Temme stellt auch klar, dass pure Furcht vor einer Corona-Infektion von keiner Versicherung gedeckt ist: „Beispielsweise leistet die Reiserücktrittsversicherung erst dann, wenn man nachweislich erkrankt ist und die Reise deswegen nicht antreten kann, also nicht, weil sich die Krankheit generell ausbreitet oder nur die Gefahr besteht, sich zu infizieren.“

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Auch abgeschlossene Reiseabbruchversicherungen können erst in Anspruch genommen werden, wenn man tatsächlich erkrankt ist und für das Reiseland keine Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes vorgelegen haben.

Ist man im Ausland erkrankt, sei es gut, wenn man eine private Auslandskrankenversicherung abgeschlossen habe. Denn die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden nur übernommen, wenn Deutschland mit dem betreffenden Reiseland ein bilaterales Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. Die Auslandskrankenversicherung kostet für eine Familie rund 20 Euro im Jahr und deckt auch Kosten eines medizinisch notwendigen Krankenrücktransportes ab.

Gewerblicher Versicherungsschutz

„Auch Gewerbetreibende können nicht vorsorglich aus Angst ihren Betrieb schließen und Leistungen aus ihrer Betriebsschließungsversicherung erwarten“, sagt Temme. „Hier muss auch erst eine behördliche Anordnung zur Schließung auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes ergangen sein. Erst dann würde die Betriebsschließungsversicherung leisten.“

Temme und Kollegen stellen jedoch seit Beginn der Corona-Ausbreitung fest, dass die Versicherer keine neuen Anträge für Betriebsschließungsversicherungen annehmen. „Auch Erhöhungen oder Erweiterungen des Versicherungsschutzes werden zurzeit wegen des noch unabsehbaren Risikos bei Corona von den Versicherungen nicht angenommen.“

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