Ärger im Elsebad: Kurz raus, um die Enkelin zu holen? Oma musste noch einmal bezahlen

dzEintrittskarten

Nur 30 Minuten raus aus dem Elsebad, eben die Enkeltochter holen, dann wieder zurück - dafür musste Rosemarie Strunk erneut Eintritt zahlen. Was sie ärgert. Was aber auch völlig korrekt ist.

Ergste

, 05.07.2019, 15:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerne und oft sind sie im Elsebad in Ergste. Das betonen Werner und Rosemarie Strunk mehrfach. Seit vielen Jahrzehnten gehe man dorthin - auch noch jetzt als Rentner. „Ich fühle mich da zuhause“, unterstreicht Werner Strunk. In diesem Sommer habe man aktuell die zweite 10er-Karte angefangen.

Doch über das, was am Montag passierte, regt sich das Ehepaar immer noch auf. Schon gegen 9.30 Uhr sei man ins Elsebad gegangen und bis 17 Uhr geblieben. Allerdings; „Wir hatten unserer Tochter, die zurzeit krank ist, versprochen, unsere dreieinhalbjärige Enkeltochter vom Kindergarten abzuholen, um sie dann mit ins Elsebad zu nehmen“, erläutert Werner Strunk.

Schon vor dem Verlassen des Elsebads nachgefragt

Sie sei also kurz zur Kasse, um das zu erklären, noch bevor sie das Freibad verlassen hatte, erinnert sich Rosemarie Strunk. 30 Minuten, vielleicht etwas länger, müsste sie weg, die Enkelin holen und dann wieder rein: „Ich habe auch gefragt, ob ich dann vielleicht einen Stempel auf die Hand haben kann oder so. Damit klar ist, dass ich schon hier war.“

Die Antwort: Dann müsste sie ein zweites Mal bezahlen. Und so einen Stempel gebe es nicht.

Nach der Rückkehr extra die Kleine zur Kasse hochgehalten

So unfreundlich werde man doch sonst nicht behandelt im Elsebad, ärgerten sich die Eheleute. Und hofften darauf, dass sich das bei der Rückkehr von Oma und Enkelin doch als Missverständnis herausstellen würde.

„Als ich wiederkam, habe ich extra die Kleine an der Kasse hochgehoben und ihr die 10er-Karte in die Hand gedrückt“, erinnert sich Rosemarie Strunk. Auch um sicherzugehen, dass sie als diejenige erkannt werde, die am Vormittag schon im Elsebad war. In der Hoffnung, dann vielleicht doch so durchgewunken zu werden.

Es wurde abgestempelt. Und Strunks ärgerten sich noch mehr.

Elsebad stellt klar: Kein Recht auf Rückkehr ohne Abstempeln

Dabei waren nicht sie im Recht, sondern tatsächlich die Frau an der Kasse. Das erläutert Annette Wild. Die Geschäftsführerin der Elsebad-Betriebs-gGmbH hat auch schon vom Vorfall gehört hat und stellt klar: „Man hat keinen Anspruch, nach dem Verlassen des Bades wieder zurückzudürfen. Das ist auch so auf den Tickets vermerkt.“

Es handele sich nicht um ein Tagesticket, sondern um eine Eintrittskarte. Und die verfalle nun einmal mit Verlassen des Elsebads. Das sei nicht anders als im Zoo, im Freizeitpark, im Kino.

„Es gibt einen gewissen Ermessensspielraum“

Also darf man gar nicht raus - nicht einmal, wenn man eine Flasche Wasser im Auto vergessen hat und die kurz holen will?

„Natürlich gibt es einen gewissen Ermessensspielraum“, sagt Annette Wild. „Es gibt immer Grenzfälle. Und manch ein Besucher darf auch kurz raus und schnell wieder rein. Wenn zum Beispiel jemand in Badehose kommt und das Wasser holen will, dann dürfte das kein Problem sein.“

Viele Ehrenamtliche wirken mit

Aber, erneut: Einen Anspruch habe der Besucher darauf nicht. Und da man mit vielen ehrenamtlichen Kräften arbeite, könne man nur Vorgaben machen, aber nicht strikte Anweisungen erteilen für alle Eventualitäten, wie es vielleicht mit festangestellten und bezahlten Kräften gehen würde. Da bleibe Vieles eben Auslegungssache.

„Es kann ja auch sein, dass jemand sagt: ‚Ich bin in 10 Minuten zurück.‘ Und dann kommt etwas dazwischen und schnell sind zwei, drei Stunden um. Was ist dann?“

Ansonsten rechnet sie vor: Zwei 10er-Karten kosten schon fast so viel wie eine Jahreskarte. Und wer eine Jahreskarte habe, der könne nun wirklich rein und raus, so oft er wolle.

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