Abbiege-Assistenten in Lkw: Kreistag will für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen

dzToter Winkel

Etwa 40 Menschen sterben jedes Jahr bundesweit, weil abbiegende Lkw sie übersehen. In Lünen starb im Mai ein Radfahrer im „toten Winkel“. Der Kreistag will jetzt für mehr Sicherheit sorgen.

Kreis Unna

, 10.10.2018, 09:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Mai hat die EU-Kommission die „General Safety Regulation“ beschlossen, die den Straßenverkehr sicherer machen soll. Elektronische Abbiege-Assistenten für Lkw und Busse sollen künftig europaweit die Zahl von Verkehrstoten und Verletzten senken. 60 Prozent weniger schwere Unfälle, so schreiben die Kreistags-Grünen in einem Antrag, seien laut Verkehrsexperten durch elektronische Abbiege-Assistenten zu erwarten.

Die Grünen wollen nun, dass der Kreis seine eigenen Fahrzeuge mit der modernen Technik ausstattet, um einen kleinen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit zu leisten. Denkbar wäre der Einbau etwa in den Lkw der Abfallwirtschaftstochter GWA und in den Bussen der VKU.

Abbiege-Assistenten in Lkw: Kreistag will für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen

Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Aktionen zum toten Winkel im Kreis Unna. 2013 ließ die Kreisverkehrswacht Aufkleber an Lastern anbringen, die vor den Gefahren des toten Winkels warnen sollen.

Bei den anderen Fraktionen im Kreistag stieß der Vorstoß auf Zustimmung. „Wer gegen diesen Antrag der Grünen ist, ist auch dagegen, dass Kinder mit sechs Jahren in die Schule kommen“, formulierte etwa CDU-Fraktionschef Willi Jasperneite. Die „GroKo“ aus CDU und SPD beantragte übrigens die Erstellung eines „Integrierten Handlungskonzepts Verkehrssicherheit“ – ein Vorhaben, das grundsätzlich in die gleiche Richtung zielt. Der Kreistag beschloss beides, doch eine Umsetzung konkreter Maßnahmen bedeutet das noch lange nicht.

Umsetzung und Kosten noch unklar

Diese hängt letztlich auch an der Zustimmung der Städte und Gemeinden. Landrat Michael Makiolla gab zu bedenken, dass es gut möglich sei, dass die Bürgermeister sich gegen ein solches Konzept – beziehungsweise die mit der Umsetzung verbundenen, noch völlig unklaren Kosten – aussprechen würden. Denn Geld, was der Kreis ausgibt, zahlen schließlich die Kommunen über die Kreisumlage mit. „Ich kann mir vorstellen, dass die Bürgermeister sagen: ,Das möchten wir nicht, das machen wir lieber selbst‘“, so der Landrat.

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