A2-Baustelle: Durchfahrtsverbot für Lkw über 30 Tonnen am Sonntag

Wartung von Behelfsbrücke

Diese Meldung verwundert zumindest auf den ersten Blick: Straßen NRW kündigt eine „Lkw-Sperrung“ in einer Baustelle für Sonntag an – obwohl sonntags doch eigentlich eh keine Lkw fahren dürfen.

Kreis Unna

, 15.11.2018, 15:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
A2-Baustelle: Durchfahrtsverbot für Lkw über 30 Tonnen am Sonntag

Die Behelfsbrücke an der A2 bei Kamen, hier ein Foto vom Aufbau im Sommer 2017, muss gewartet werden. © Stefan Milk

Konkret besteht das Fahrverbot für Lkw mit einem Gewicht von mindestens 30 Tonnen am Sonntag, 18. November, von 6 bis 14 Uhr in der Baustelle zwischen den Anschlussstellen Dortmund-Lanstrop und Kamen/Bergkamen in Fahrtrichtung Hannover. Das teilte die Autobahnniederlassung Hamm von Straßen NRW am Donnerstag mit.

Mehrere Umleitungsmöglichkeiten seien bereits ausgeschildert, so ein Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Der Grund für die Lkw-Sperrung liege in der Behelfsumfahrung der Baustelle, die vorwiegend der Schwerverkehr nutze. Die Brücken in dieser Behelfsumfahrung müssten gewartet werden. Über das alte Brückenbauwerk können keine Lkw mehr fahren, da es die Last nicht mehr tragen kann.

Verbot betrifft Sonntag auch Transporte frischer Lebensmittel

Doch warum braucht es das Verbot überhaupt - wo Lkw über 7,5 Tonnen in Deutschland laut Straßenverkehrsordnung doch ohnehin an Sonn- und Feiertagen zwischen 0 und 22 Uhr auf Autobahnen nicht fahren dürfen? Wer schon einmal sonntags auf einer Autobahn unterwegs war, weiß, dass die rechte Spur trotz des bereits seit 1956 geltenden Fahrverbots keineswegs Lkw-frei ist. Das liegt daran, dass viele Sattelzüge mit Ausnahmegenehmigungen unterwegs sind, etwa weil sie Milcherzeugnisse, Fleisch, Fisch oder leicht verderbliches Obst und Gemüse transportieren.

Genau diese Lkw sind es, die am Sonntag für acht Stunden nicht durch die Baustelle dürfen. Bauliche Vorkehrungen, die dieses verhindern und wie man sie etwa von der Rheinbrücke bei Leverkusen kennt, trifft Straßen NRW für diesen kurzen Zeitraum aber nicht. Die Autobahnpolizei ist freilich über das Verbot informiert und dürfte es kontrollieren.

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