50-Prozent-Ziel greifbar: Jugendarbeitslosigkeit sinkt weiter

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Es war ein ehrgeiziges Ziel, das Landrat Michael Makiolla 2013 ausgab: Bis zum Jahr 2020 sollte die Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Unna um 50 Prozent sinken. Dieses Ziel scheint erreichbar.

Kreis Unna

, 12.12.2019, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine Initiative des Landrats, die für großes Aufsehen sorgte. Im Jahr 2013 rief Michael Makiolla das Ziel aus, die Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Unna bis 2020 um 50 Prozent zu reduzieren. Spätestens mit der Flüchtlingswelle in den Jahren 2015 und 2016 schien dieses Ziel in weite Ferne zu rücken, doch jetzt ist es wieder greifbar.

Erstmals unter 1000 jugendliche Arbeistlose

„Erstmals seit vielen Jahren haben wir weniger als 1000 arbeitslose Jugendliche“, freut sich Thomas Helm, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Hamm, über eine positive Entwicklung. Im November waren es 985 junge Menschen im Alter von unter 25 Jahren, die arbeitslos gemeldet waren. Zum Vergleich: Die Zielmarke für das Jahr 2020 liegt bei 864.

„Wir schaffen das!“ Das war die einhellige Meinung von Landrat, Agenturchef sowie Jobcenter-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep und Martin Wiggermann, Vorsitzender der Jobcenter-Trägerversammlung. Das Quartett stellte am Donnerstag zunächst Vertretern von Arbeitgebern, Verbänden und Kreiskommunen die aktuellen Zahlen vor und dann der Öffentlichkeit.

Positive Signale der Arbeitgeber

Die Arbeitgebervertreter hatten dabei gute Nachrichten: Trotz der schwächelnden Konjunktur gehen sie davon aus, dass die Zahl der Ausbildungsplätze im nächsten Jahr nicht sinkt, sondern eher noch steigt. Hintergrund ist der immer deutlicher auftretende Fachkräftemangel in vielen Berufszweigen.

Eine Ausbildung bildet das Fundament dafür, dauerhaft einen Arbeitsplatz zu finden. Das machten Thomas Helm und Uwe Ringelsiep gleichermaßen deutlich. Der Chef des Jobcenters Kreis Unna machte das mit Zahlen deutlich: „Allein im letzten Monat hatten im SGB-II-Bereich 95 Prozent der Arbeitslosen keine Ausbildung und 35 Prozent keinen Hauptschulabschluss.“

Mehr Menschen in Ausbildung bringen

Das Ziel im Jahr 2020 soll es daher sein, noch mehr junge Menschen in Ausbildung zu bringen. Thomas Helm erklärte, der Kreis Unna liege bei den gemeldeten Ausbildungsplätzen nach wie vor unter dem Landesschnitt, wenngleich er in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt habe.

Landrat Michael Makiolla ist sich sicher, dass weitere Verbesserungen erreicht werden können. „Der Kreis Unna hat die Ressourcen dafür geschaffen“, sagt er und verweist darauf, dass drei Sachbearbeiterstellen beim Jobcenter und fünf Fallmanagerstellen in den Berufskollegs geschaffen wurden und auch vom Kreis Unna finanziert werden.

50-Prozent-Ziel greifbar: Jugendarbeitslosigkeit sinkt weiter

Freuen sich über die weiterhin positive Entwicklung in der Jugendarbeitslosigkeit (v.l.): Martin Wiggermann (Vorsitzender Trägerversammlung Jobcenter Kreis Unna, Thomas Helm (Vorsitzender Geschäftsführer Agentur für Arbeit Hamm), Landrat Michael Makiolla und Uwe Ringelsiep (Geschäftsführer Jobcenter Kreis Unna). © Kreis Unna / Fabiana Regino

„Wir haben noch viel zu tun“, weiß Martin Wiggermann, dass die Jobakquise für die jetzt noch arbeitslosen jungen Menschen besonders schwierig wird. Darunter sind etwa Geflüchtete, denen wichtige Sprachkenntnisse fehlen oder behinderte Menschen. „Es gibt keine Standardfälle mehr. Wir haben jetzt noch 551 einzelne Problemlagen“, sagt Ringelsiep und meint damit die Jugendlichen, die vom Jobcenter betreut werden.

Bilden und motivieren

Er ist sich sicher, dass noch mehr junge Menschen einen Ausbildungsplatz antreten könnten. „Jeder soll die Bildung erreichen, zu der er intellektuell in der Lage ist“, weiß der Jobcenter-Geschäftsführer, dass es auch junge Menschen gibt, die für eine Ausbildung vielleicht nicht infrage kommen. Jugendliche mit Motivationsproblemen müssten mit erlebnispädagogischen Angeboten auf den richtigen Weg gebracht werden.

2020 ein neues Ziel ausgeben

Martin Wiggermann ist sich sicher, dass das vom Landrat ausgegebene 50-Prozent-Ziel bis zum Ende von Makiollas Amtszeit erreicht wird. „Das darf dann aber nicht das Ende sein. Wir müssen weitergehen und dann ein neues Ziel formulieren“, sagt er.

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