50 Altenheimbewohner in Fröndenberg unter Coronavirus-Verdacht

dzSchmallenbach-Haus

50 Bewohner und 18 Pflegekräfte des Schmallenbach-Hauses in Fröndenberg stehen unter dem Verdacht, mit dem neuartigen Coronavirus infiziert zu sein. Die Testergebnisse stehen noch aus.

Fröndenberg

, 30.03.2020, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Schmallenbach-Haus in Fröndenberg werden die Ergebnisse von Corona-Tests bei rund 50 Bewohnern erwartet. Die Senioren aus dem Haus 1 der mehrteiligen Pflegeeinrichtung waren am Samstag bei einem Einsatz des Kreisgesundheitsamts auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Zuvor waren aus dem Heim vier Sars-CoV-2-Infektionen, davon zwei mit tödlichem Ausgang, bekannt geworden.

Zwei infizierte Bewohnerinnen befanden sich am Montag noch in stationärer Behandlung in einem Krankenhaus. Geschäftsführer Heinz Fleck sagte, dass es beiden wieder besser gehe. „Die eine fragt schon nach ihrem iPad“, sagte der Leiter des Schmallenbach-Hauses.

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Die getesteten Bewohner wurden für die Tests aus rund 110 Bewohnern des Hauses 1 ausgewählt. Der Grund: Sie sollen Symptome wie zum Beispiel Husten, Schlappheitsgefühle und erhöhte Temperatur gezeigt haben. Dies kann, muss aber nicht auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten. Mit den Testergebnissen wird am Dienstag oder Mittwoch gerechnet.

Die Zahl der Pflegekräfte, die sich als Kontaktpersonen in der häuslichen Isolierung befinden, stieg nach Angaben des Leiters von neun auf 18. Zusammen mit den 50 Bewohnern gibt es damit 68 Kontaktpersonen, die im Verdacht stehen, mit dem Virus infiziert zu sein.

Die Sorge um die Bewohner und die Mitarbeiter ist groß. Angehörige erkundigen sich telefonisch nach ihren Verwandten, weil ein Besuchsverbot gilt. Die Situation sei nach den beiden Todesfällen „sehr traurig“, sagte Fleck. Ein 84-Jähriger und eine 87-Jährige waren vorige Woche gestorben – die ersten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 im Kreis Unna.

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Überwältigend sei die Reaktion auf den Aufruf, Schutzkittel zu nähen. Diese sollen die üblichen Einmalkittel ersetzen, die immer schwieriger zu beschaffen sind. „Wir haben jetzt 170 Näherinnen und Näher unter anderem aus Fröndenberg, Menden, Wickede, Arnsberg und Sundern“, sagte Fleck. Unterdessen hat eine Lieferung mit bis zu 400 Atemschutzmasken des Kreises Unna das Haus erreicht. Pro Tag werden mindestens 30 benötigt.

Das Kreisgesundheitsamt konnte am Montag keine Angaben zu der Zahl der Verdachtsfälle und Kontaktpersonen machen.

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