Rund 300 neue und gut bezahlte Arbeitsplätze in einem innovativen Logistikbetrieb sollen durch insgesamt 55 Millionen Euro umfassende Investitionen in zwei Bauabschnitten im Inlogparc entstehen.

von Werner Lindemann

Kreis Unna

, 09.08.2018, 18:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der rund 57.000 Quadratmeter großen Freifläche zwischen Siemens- und Edisonstraße will die Trans Service Team (TST) GmbH aus Worms, einer der führenden Logistiker in Deutschland, in Bönen zukünftig hochwertige Klebstoffe des Henkel-Konzerns lagern, die Verpackung marktreif „veredeln“ und an Verkaufsstandorte in ganz Deutschland weiterverteilen.

Nachbargrundstücke

Das 40.000 Quadratmeter große Grundstück nebenan hat sich TST bereits für ein weiteres 20-Millionen-Projekt gesichert. Die beiden Vorhaben stellten Firmenchef Frank Schmidt und Projektplaner Paul Eichholzer gestern im Rathaus vor.

Die beiden versprachen, dass die Betriebe höchste Sicherheitsansprüche erfüllen werden. Bürgermeister Stephan Rotering sowie Dr. Michael Dannebom und Karin Rose von der Wirtschafstförderungsgesellschaft hatten gestern bei der Präsentation jedenfalls keine Zweifel daran, dass TST in Bönen schon bald die notwendige Betriebsgenehmigung „zum Lagern von Gefahrstoffen“ nach dem Bundes-Immissionschutzgesetz erhält. „Dieses Verfahren ist völlig normal und bei vielen Stoffen notwendig, wenn sie in größeren Mengen gelagert werden“, betonten Paul Eichholzer und WFG-Prokuristin Karin Rose.

300 neue Jobs entstehen im Bönener Inlogparc

Im ersten Bauabschnitt wird TST eine Distributionszentrale errichten. © pbb Solutions GmbH

Frank Schmidt will die Betriebsgenehmigung deshalb auch gar nicht abwarten. Er hat bereits grünes Licht für die Bauarbeiten gegeben.

Generalunternehmer Goldbeck (Bielefeld/Bochum) soll die Gebäude bis Mai 2019 bezugsfertig herrichten, um dann den Betrieb mit den neuen Arbeitskräften bis zum ersten Quartal 2020 komplett aufzubauen.

„Dafür suchen wir neue Mitarbeiter aus der Region, die wir entweder von anderen Firmen anlocken oder selbst hier vor Ort schulen wollen. Dafür bringen wir zunächst einmal erfahrene Leute aus unseren Betrieben in Süddeutschland mit“, erläutert Frank Schmidt.

„Wir sind ein großes Familienunternehmen, das sich seiner sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern bewusst ist“, betont der Unternehmer und verweist auf seine eigene Geschichte.

Der 51-Jährige hat als Unternehmer und Selfmade-Millionär mit sozialer Ader bereits deutschlandweit Furore gemacht. Er stammt zwar aus einer großen Spediteursfamilie, hat sich 1990 aber abgenabelt und mit einem Lkw als „Kapitän der Landstraße“ selbstständig gemacht. Innerhalb von sechs Jahren hat er darauf mit seiner ganz eigenen sozial geprägten Firmenphilosophie ein eigenes großes Logistik-Unternehmen aufgebaut und später auch den elterlichen Betrieb übernommen. Inzwischen beschäftigt Frank Schmidt, der das Unternehmen zusammen mit seiner Frau Melanie führt, rund 3000 Mitarbeiter an 70 Standorten in Deutschland, einigen Nachbarländern und in den USA. 150 eigene Lastkraftwagen und 400 Fremd-Lkw fahren für die Firma.

300 neue Jobs entstehen im Bönener Inlogparc

Firmenchef Frank Schmidt und Projektplaner Paul Eichholzer stellten das TST-Logistikzentrum im Rathaus vor. © Lindemann Werner

Die TST-Niederlassung soll ein Vorzeigeobjekt nicht nur in puncto Sicherheit werden, sondern insgesamt neue Maßstäbe in der Branche setzen. „Wir zahlen auch mehr Lohn als üblich. Unsere Mitarbeiter sollen ihre Familien damit ernähren können“, betont der Unternehmer. Pro Jahr sollen zudem zehn junge Leute zu Fachkräften für Lagerlogistik, Schlossern und Elektrikern, als auch im kaufmännischen und im IT-Bereich ausgebildet werden.

Steuerplus für Bönen

Darüber hinaus darf sich Bürgermeister Stephan Rotering auch auf zusätzliche Steuereinnahmen freuen. „Auch die Gewerbesteuer werden wir in Bönen zahlen“, betont Schmidt.

Er kündigt an, dass täglich rund 70 moderne Lkw das Logistikzentrum ansteuern beziehungsweise verlassen werden. Auch auch an Wochenenden werde die Siemensstraße nicht zugeparkt werden. Neben 125 Kfz-Stellplätzen für die Mitarbeiter soll auch eine Parzkzone für die Lkw geschaffen werden.

Ein Herz für Trucker: Zusätzlich will TST für die die Brummifahrer eine Warte-Lounge mit Getränke- und Snackautomaten, Fernsehbereich sowie Duschen und Toiletten einrichten. „Die Fahrer haben es wirklich schwer. Das weiß ich ja aus meiner eigenen Erfahrung. Wir werden deshalb jedenfalls alles tun, um ihnen die Arbeit zu erleichtern“, betont der außergewöhnliche Unternehmer.