24 Tonnen Dönerfleisch in defekter Kühlung transportiert

dzLkw-Kontrolle auf der Autobahn 44

Die Überprüfung des Sonntagsfahrverbots bringt fragwürdige Praktiken ans Licht: Der Fahrer sitzt zu lange am Steuer und das Kühlaggregat ist defekt. Die Ladung: Fleisch für den Dönerspieß.

von Gabriele Hoffmann

Soest/Kreis Unna

, 28.08.2018 / Lesedauer: 2 min

Polizeibeamte haben den Laster am Sonntag um 10.50 Uhr auf der A 44 bei Anröchte aus dem Verkehr gezogen und Anzeigen wegen verschiedener Vergehen geschrieben.

Eigentlich ging es nur um die Kontrolle des Sonntagsfahrverbotes, doch dann wurden die Beamten auf deutliche Betriebsgeräusche des Kühlaggregats aufmerksam und sahen genauer hin. Obwohl am Gerät minus 19 Grad Celsius eingestellt waren, betrug die Ladungstemperatur knapp sechs Grad Celsius – bei einer empfindlichen Ladung von 24 Tonnen Dönerfleisch im Wert von 43.000 Euro. Ob das nun noch zu gebrauchen ist, muss sich erst erweisen. Der 59-jährige Fahrer aus Lünen gab an, von dem Defekt zu wissen und dass sein Chef die Ware später wieder einfrieren würde. Das verhinderten die Mitarbeiter des Veterinärdienstes des Kreises Soest, indem sie den Laderaum verplombten. Zur genauen Prüfung und Entsorgung der Ware wurde der Fall an den Kreis Unna übergeben.

Weil der Betrieb seinen Sitz in Lünen hat, wurde die Veterinärbehörde des Kreises hinzugezogen. Wie die Kreispressestelle mitteilte, wurde Lkw noch am Sonntag geöffnet. Die Temperaturmessungen ergaben eine Kerntemperatur von Minus 3,1 bis Minus 7,1 Grad. Die Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchungen lagen allerdings noch nicht vor. Sollten die mikrobiologischen Richtwerte eingehalten werden, soll das Fleisch für den Verzehr freigegeben werden, teilte der Kreis Unna mit. Allerdings mit verkürztem Zeitfenster.ho-

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