Masken mit Batterien erleichtern das Atmen: 3M kooperiert zum Corona-Schutz mit Ford

dzSpezielle Atemschutzmasken

Der 3M-Konzern, der in Kamen ein Werk betreibt, fährt die Produktion von Schutzausrüstungen hoch. Dabei kooperiert er mit dem Autohersteller Ford: Masken mit Batteriebetrieb erleichtern das Atmen.

Kamen

, 01.06.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Innerhalb von zwei Monaten hat der Multitechnologiekonzern 3M, der in seinem Werk an der Edisonstraße in Kamen 440 Mitarbeiter beschäftigt, seine weltweite Produktion von Atemschutzmasken zum Schutz vor Covid-19 auf 100 Millionen Masken monatlich verdoppelt.

Für die kommenden zwölf Monate strebt das Unternehmen eine erneute Verdopplung auf bis zu zwei Milliarden Masken jährlich an. „Um die Verfügbarkeit von speziellen gebläseunterstützten Atemschutzsystemen zu erhöhen, kooperieren wir unter anderem mit dem Automobilhersteller Ford“, berichtet Unternehmenssprecherin Anja Ströhlein in Neuss.

Die Produktion des Wundpflasters „Tegaderm“ mit durchsichtigem Fenster und intravenösem Zugang ist im Kamener Werk durch die Corona-Krise um etwa 15 Prozent gesteigert worden.

Die Produktion des Wundpflasters „Tegaderm“ mit durchsichtigem Fenster und intravenösem Zugang ist im Kamener Werk durch die Corona-Krise um etwa 15 Prozent gesteigert worden. © 3M

Auch in Kamen steigt die Nachfrage nach Medizinprodukten

Im Kamener Werk, in das zurzeit erheblich investiert wird, werden zwar keine Atemschutzmasken hergestellt. Dafür aber unterschiedliche Medizinprodukte, die durch die Krise stark nachgefragt werden. Vor allem sterile Transparentverbände zur Fixierung intravenöser Zugänge unter dem Namen „Tegaderm“ werden mehr bestellt.

In dem Sektor verzeichnet das Kamener Werk zurzeit eine Steigerung von zehn bis 15 Prozent, wie Werksleiter Jens Milde auf Anfrage mitteilt. Andere Produkte aus Kamen, die für Operationen benötigt werden, sind dagegen etwas weniger gefragt. „Das liegt daran, dass die Krankenhäuser die planbaren Operationen zurückgefahren haben“, so Milde. Zurzeit werden etwa 70 Millionen Euro in den Standort Kamen investiert für den Bau einer 3000 Quadratmeter großen Halle für die Herstellung von Verbandsmaterialien und Wundversorgungs-Produkte.

Jens Milde ist Werksleiter in Kamen. Er verzeichnet eine höhere Nachfrage nach Medizinprodukten, die im Zusammenhang mit Corona für die Intensivmedizin benötigt werden. Darunter das transparente Pflaster Tegaderm, das in einer Spezialversion einen intravenösen Zugang bietet.

Jens Milde ist Werksleiter in Kamen. Er verzeichnet eine höhere Nachfrage nach Medizinprodukten, die im Zusammenhang mit Corona für die Intensivmedizin benötigt werden. Darunter das transparente Pflaster Tegaderm, das in einer Spezialversion einen intravenösen Zugang bietet. © Stefan Milk

90 Prozent der Produktion für medizinischen Bereich

Während vor der Pandemie rund 90 Prozent der 3M-Atemschutzmasken an Industrie- und Gewerbekunden geliefert wurden und etwa 10 Prozent an den medizinischen Bereich, hat sich das Verhältnis in der aktuellen Krise umgekehrt, wie Ströhlein berichtet. 3M arbeite weltweit mit Regierungen zusammen, um Atemschutzmasken mit Priorität dem medizinischen Bereich und strukturrelevanten Branchen zur Verfügung zu stellen.

3M-Atemschutzmasken werden weltweit getragen. Jetzt steigerte der Multitechnologiekonzern die Produktion deutlich. Für die kommenden zwölf Monate strebt das Unternehmen eine erneute Verdopplung auf bis zu zwei Milliarden Masken jährlich an.

3M-Atemschutzmasken werden weltweit getragen. Jetzt steigerte der Multitechnologiekonzern die Produktion deutlich. Für die kommenden zwölf Monate strebt das Unternehmen eine erneute Verdopplung auf bis zu zwei Milliarden Masken jährlich an. © dpa

Steigerung der Produktion mithilfe von Ford

Dringend benötigt werden neben Einwegmasken auch sogenannte „gebläseunterstütze Atemschutzsysteme“ für das medizinische Personal. Die sogenannten Powered Air-Purifying Respirators (PAPRs) führen gefilterte Luft über ein batteriebetriebenes Gebläse in die Haube des Trägers und bieten einen hohen Atemschutz insbesondere in kritischen Bereichen. Ärzten und Pflegepersonal wird so das Tragen von Atemschutz über einen längeren Zeitraum erleichtert.

Zum zügigen Ausbau der Produktionskapazitäten für PAPRs arbeitet 3M mit Partnern wie dem Automobilkonzern Ford und dem Motorenhersteller Cummins zusammen.

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Klage gegen Händler, die Masken zu Wucherpreise anboten

3M habe seit dem Ausbruch der Krise seine Preise für Atemschutzmasken nicht erhöht, so Ströhlein, und bekämpfe konsequent Preismissbrauch, Produktfälschungen und Betrug im Zusammenhang mit seinen Produkten zum Schutz vor COVID-19. „So hat 3M in Orlando, Florida, Klage gegen eine Person eingereicht, die versucht hat, Millionen nicht vorhandener 3M-Atemschutzmasken zu stark überhöhten Preisen an nationale Stellen zu verkaufen.“

In Ontario, Kanada, verklagte 3M ein Unternehmen, das im Namen von 3M Atemschutzmasken ebenfalls zu exorbitanten Preisen verkaufen wollte. Kunden können potenziell betrügerische Aktivitäten über die Internetseite www.3MEthics.com melden.

Um direkte Hilfe dort zu leisten, wo sie benötigt wird, spendet 3M laut eigenen Angaben global 20 Millionen US-Dollar für von der Pandemie besonders betroffene Bevölkerungsgruppen sowie für Forschungsinitiativen im Zusammenhang mit Covid-19 und das Gesundheitswesen.
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