Die Maskenpflicht in Unnas Fußgängerzone soll dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. © Dirk Becker (Archiv)

So erklärt der Kreis Unna, warum die Corona-Zahlen sinken

Die Corona-Lage entspannt sich erfreulich. Woran liegt das eigentlich? Der Kreis Unna hat zwei Erklärungen. Treffen sie zu, dann heißt das: Impfen hilft, Kontaktbeschränkungen auch.

Weiterhin sind über 2000 Menschen im Kreis Unna aktuell registriert als Corona-Infizierte. Aber inzwischen sinkt die Inzidenzzahl im Durchschnitt der zehn Kommunen. Hoffnung auf eine Entspannung scheint berechtigt. Doch woran liegt es überhaupt, dass sich die Lage bessert?

Alte inzwischen weniger betroffen

„Wir haben weiterhin ein sehr diffuses Infektionsgeschehen“, sagt Kreissprecher Max Rolke. Das heißt, bestimmte „Hotspots“ lassen sich nicht ausmachen bei den Neuinfektionen. Deutlich erkennbar aber sei, dass es immer weniger Corona-Fälle unter älteren Menschen gebe. „Das ist durchaus auf Erfolge in der Impfkampagne zurückzuführen“, so Rolke. Im Kreis Unna haben bisher knapp 30.000 Menschen zwei Impfungen bekommen. Erstimpfungen gab es rund 124.000. „Wir gehen davon aus, dass in das Impfen jetzt noch mal mehr Schwung kommt.“

Jetzt ebbt die Osterwelle ab

Infektionen entstehen dadurch, dass sich Menschen bei anderen anstecken. So simpel dieser Zusammenhang ist, so einleuchtend mag eine weitere Erläuterung erscheinen, die Rolke nach Rücksprache mit dem Kreis-Gesundheitsamt nennt: Kontaktbeschränkungen wirken. „Wir haben jetzt wohl die Osterwelle abgearbeitet.“

Zwischen Ende März und Anfang April lag die Inzidenzzahl im Kreis Unna um 100. Bis 7. April war sie auf knapp über 85 gefallen. Am 4. und 5. April war Ostern. Einige Tage später begannen die Zahlen dann, nach oben zu schnellen. Man könne also davon ausgehen, dass es über die Feiertage beispielsweise viele Familienbesuche gegeben habe – mit Neuinfektionen, die jeweils fünf bis zehn Tage später dann zu Symptomen führten, so Rolke.

„Genau die richtige Entscheidung“

Bekanntlich stieg die Kurve dann steil weiter. Am 15. April war der Wert 200 überschritten. Der Kreis Unna reagierte mit seiner Allgemeinverfügung, mit der am 19. April die Ausgangssperre und tagsüber weitere Kontaktbeschränkungen in Kraft traten. Kurz darauf wurde diese Regelung durch die „Bundesnotbremse“ abgelöst.

Menschen, die sich vorher noch ansteckten, wurden nachher noch krank. So sei auch logisch, dass fünf bis sieben Tage nach Inkrafttreten der Allgemeinverfügung die Zahlen zunächst weiter kletterten. Am 23. April erreichte der Kreis Unna die höchste Inzidenz seit Mitte Dezember: Über 240 lag der Wert bis 27. April. „Erst danach merkten wir, dass die Zahlen runtergehen“, so Rolke. Die Kontaktbeschränkungen einzuführen, sei also „genau die richtige Entscheidung“ gewesen. Das würde auch bedeuten: Die Einschränkungen im Leben vieler Menschen haben etwas gebracht.

Trotz zunächst exponentiellen Wachstums sei die Lage nicht außer Kontrolle geraten. Das sei sicher auch der guten Arbeit im Gesundheitsamt zu verdanken, so Rolke. Nach wie vor versuche man, bei registrierten Infektionsfällen schnell zu handeln, Kontakte zu ermitteln, Betroffene unter Quarantäne zu stellen und Infektionsketten so zu unterbrechen.

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Redaktion Unna
Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf