Zwischenzeitlich fungierte auch die Stadthalle Kamen (Foto) als Impfzentrum. Inzwischen hat sich das Geschehen vor allem in die Hausarzt-Praxen verlagert. © Archiv/Udo Hennes
Coronavirus im Kreis Unna

So entwickeln sich die Impfungen im Kreis Unna nach dem Aus für das Impfzentrum

Die zurückliegende Woche war die erste nach der Schließung der Impfzentren. Zahlen zeigen die Auswirkungen auf die Arztpraxen.

Zum 30. September stellte das Impfzentrum in Unna, wie alle Impfzentren in NRW, seinen Betrieb ein. Am Montag (11. Oktober) veröffentlichte die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die Impfzahlen für die erste Woche ohne Impfzentren.

Der Impfbericht nimmt ab sofort nur noch die Impfungen in den Arztpraxen in den Blick. Demnach wurden insgesamt in Westfalen-Lippe 94.171 Menschen in den Praxen geimpft – so viele wie seit sechs Wochen nicht mehr. Das legt nahe, dass sich ein Teil des Impfgeschehens aus den Zentren in die Praxen verlagert hat. Einen immer größeren Anteil haben die sogenannten Booster-Impfungen, also die Auffrischungsimpfungen, welche die Ständige Impfkommission (Stiko) inzwischen für Über-70-Jährige empfiehlt.

Mehr Booster-Impfungen als Erstimpfungen

Unter den 94.171 Impfungen waren 27.506 Booster-Impfungen. Die Zahl der Erstimpfungen hat in den vergangenen Wochen hingegen deutlich abgenommen, betrug in der vergangenen Woche 21.238. Die Zahl der Folgeimpfungen stieg um 45.427.

In den Arztpraxen im Kreis Unna wurden 878 Erstimpfungen, 1891 Folgeimpfungen und 1311 Booster-Impfungen zwischen dem 4. und 10. Oktober verabreicht. Hinzu kamen 158 Impfungen durch die mobilen Impfteams des Kreises Unna bei Termin in Lünen und Bergkamen.

Impfungen aus Krankenhäusern fehlen

Nicht bekannt ist freilich, wie viele Impfungen bereits durch Krankenhäuser, Betriebs- und Privatärzte durchgeführt wurden. Diese Informationen liegen weder der KVWL noch dem Kreis Unna vor, sondern laufen ausschließlich beim Robert-Koch-Institut (RKI) zusammen. Dieses unterscheidet in seinen Veröffentlichungen aber nur nach Bundesländern und bricht die Zahlen nicht bis auf die Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte herunter.

Und vor einigen Tagen wurde bekannt, dass selbst das RKI davon ausgeht, nicht sämtliche Impfungen gemeldet zu bekommen. Auf Basis von Umfragen gab das Institut an, dass die Corona-Impfquote in Deutschland höher sei als bislang bekannt. Demzufolge seien unter den Erwachsenen in Deutschland bis zu 84 Prozent mindestens einmal geimpft sind und bis zu 80 Prozent bereits doppelt geimpft (Stand 5. Oktober).

Damit wäre Deutschland der Herdenimmunität schon deutlich näher als lange Zeit gedacht. Geimpft wird natürlich trotzdem weiter – auch im Kreis Unna, wo die Verwaltung mithilfe einer eigenen, mehrsprachigen Kampagne hofft, noch möglichst viele bisher Ungeimpfte von der Sinnhaftigkeit einer Impfung zu überzeugen.

Und so richtig verschwunden ist auch das Impfzentrum in Unna trotz der von der Landesregierung verordneten Schließung noch nicht. Der Kreis kündigt an, dass es an der Platanenallee 20a in Unna am Donnerstag und Freitag (14. und 15. Oktober) jeweils von 13 bis 18.30 Uhr die Gelegenheit zur Impfung ohne Termin. gibt. Gleiches gilt für die Donnerstage und Freitage in den nächsten zwei Wochen, bevor es dann im November wieder nach Bergkamen (2. November, 10 bis 14 Uhr, Nordbergcenter) und Lünen (3. November, 10 bis 14 Uhr, Treffpunkt Neue Mitte an der Jägerstraße) geht.

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Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
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Kevin Kohues

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