Die Ausländerbehörde an der Zechenstraße ist erst ab dem 23. August wieder für Erledigungen ohne Termin geöffnet. © Udo Hennes (Archiv)
Kreis Unna

Riesiger Ansturm: Ausländerbehörde auf Wochen ausgebucht

Das Kreishaus in Unna öffnet seine Türen ab dem 2. August auch wieder für Menschen, die keinen Termin haben. Daran ist bei der Ausländerbehörde nicht zu denken – aus mehreren Gründen.

Der Buchungskalender der Ausländerbehörde des Kreises Unna ist voll – so voll, dass bis zum 20. August keine Termine mehr zu bekommen sind. „Die müssen wir erst abarbeiten“, begründet der zuständige Dezernent Uwe Hasche, warum die Ausländerbehörde erst ab Montag, 23. August, wieder Dienstleistungen ohne Termin ermöglicht.

Aber auch dann wird es einen Tag geben, an dem nur Termine abgearbeitet werden. „Die Termine sind bei den Bürgerinnen und Bürgern gut angekommen“, sagt Hasche. Natürlich sei damit weniger Flexibilität verbunden, andererseits könne aber auch auf beiden Seiten sicher geplant werden. Deswegen werden auch künftig mittwochs nur Termine abgearbeitet, die zuvor online unter www.kreis-unna.de gebucht werden müssen.

Montags, dienstags, donnerstags und freitags ist die Ausländerbehörde an der Zechenstraße 49 in Unna jeweils von 8.30 bis 12 Uhr geöffnet, dienstags zudem von 13.30 bis 15.30 Uhr.

Der Andrang ist seit Monaten groß. „Es ist wie in den Bürgerbüros auch: Die Menschen merken plötzlich, dass sie keine gültigen Ausweisdokumente haben, um zum Beispiel in den Heimaturlaub zu fahren oder zu fliegen.“

Türkische Bürgerinnen und Bürger besonders betroffen

Besonders groß ist der Andrang von Menschen türkischer Herkunft. Die Türkei hat völlig neue Pässe ausgegeben. Auch die Aufenthaltstitel werden allerdings inzwischen elektronisch erfasst – und genau da liegt die Crux. Die Nummern der eigentlich noch gültigen Aufenthaltstitel stimmen nicht mehr mit denen der Pässe überein.

Hasche weiß, dass solche Probleme bei einer geplanten Flugreise noch relativ einfach auszuräumen sind: „Auf dem Landweg ist das allerdings wesentlich schwieriger.“ Zahlreiche Grenzübertritte könnten dabei zu Problemen werden.

Auch in Deutschland lebende Türken haben neue Pässe bekommen. Jetzt stimmen die Nummern aus den Ausweisen nicht mehr mit denen der elektronischen Aufenthaltstitel überein. © picture alliance / Andreas Arnold/dpa © picture alliance / Andreas Arnold/dpa

Gelöst werden können solche Probleme nur durch einen neuen Nachweis des Aufenthaltstitels. Allerdings müsse die Chipkarten wie Personalausweise in der Bundesdruckerei in Berlin bestellt werden – mit der entsprechenden Lieferzeit. Selbst mit den schon zuletzt genutzten Notfallterminen ist eine schnelle Beseitigung der bürokratischen Hürden also gar nicht möglich. Die Ausländerbehörde muss schlicht warten, bis die Karten da sind.

Der Kreis Unna bittet darum, dass nicht gleich die ersten Öffnungstage genutzt werden, damit ein zu großer Andrang verhindert werden kann. Auch sollten keine Gruppen oder ganze Familien in der Behörde erscheinen.

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Redaktion Unna

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