Passagiere werden bei ihrer Einreise nach Deutschland kontrolliert. Seit 1. August müssen alle Einreisenden – unabhängig woher sie kommen – einen Impf- oder Genesenen-Nachweis oder alternativ einen negativen PCR- oder Schnelltest nachweisen. © picture alliance/dpa
Corona-Pandemie

Neue Regeln: Das müssen Reiserückkehrer jetzt wissen

Seit kurzem gelten neue Bestimmungen für Reisende bei der Rückkehr aus ihrem Urlaub. Wir haben alles rund um Quarantäne und Regelungen am Arbeitsplatz für Sie zusammengefasst.

Das ging fix. Binnen weniger Tage hat die Bundesregierung neue Regelungen für Reiserückkehrer beschlossen. Seit dem 1. August müssen nun alle Urlauber ab 12 Jahren grundsätzlich bei Einreise über ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis verfügen. Das gilt mittlerweile auch für alle Reisewege, sprich: Flugzeug, Bahn, Auto oder Schiff.

Außerdem gilt: Wer aus einem Virusvariantengebiet kommt, muss sich trotz Impf- oder Genesenen-Nachweis testen lassen – per PCR-Test (maximal 72 Stunden alt) oder über einen negativen Schnelltest (maximal 24 Stunden alt). Der reine Nachweis ist nicht mehr ausreichend.

Bei einer Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet gilt: Ein Impf- oder Genesenen-Nachweis oder ein negativer PCR-Test (maximal 72 Stunden alt) oder ein negativer Schnelltest (maximal 48 Stunden alt). Eine Übersicht der neuen Regeln finden Sie auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Hier finden Sie Antworten zu weiteren wichtigen Fragen:

Was gilt es bei der Reiserückkehr zu beachten?

„Wichtig ist zunächst, sich zu informieren, ob das Urlaubsland – möglicherweise erst während des Urlaubs – als Risiko-, Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet eingestuft wurde“, empfiehlt Arne Weinberg von der Verbraucherzentrale NRW. Die aktuellen Informationen hierzu findet man auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts. Mit Stand vom 31. Juli gelten Brasilien und Uruguay als Virusvariantengebiete.

Als Hochrisikogebiete sind zahlreiche Länder eingestuft, unter anderem Argentinien, Kuba, Ägypten, Niederlande, Portugal, Russland, Spanien, Südafrika.

Falls eine solche Einstufung in einer der beiden Kategorien erfolgt ist, müssen Reisende bei der Einreise die digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. „Dort lässt sich auch ein Test- oder Impfnachweis hochladen“, erklärt Weinberg. Er ergänzt: „Bei Einreisen mit dem Flugzeug ist grundsätzlich ein negativer Corona-Test schon vor der Abreise erforderlich.“

Bei welchen Ländern muss man nach der Rückkehr in eine Quarantäne?

Bei Ländern, die von der Bundesregierung als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet ausgewiesen werden. Auch hier bietet die Webseite des Robert Koch-Instituts die notwendigen Informationen zu den aktuellen Einstufungen. Weinberg betont: „Die Bewertungen können sich täglich ändern, weshalb Urlauber die Lage schon vor der Rückreise im Blick behalten sollten.“

Kann man die Quarantäne von mindestens fünf Tagen mit einem frischen Test-Ergebnis aus dem Land, aus dem man ausreist, verkürzen?

„Eine Verkürzung der Quarantäne auf weniger als fünf Tage ist für noch nicht Geimpfte oder Genesene nur möglich, wenn man nicht aus einem Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet eingereist ist“, erklärt der Experte. Wer aus Hochrisikogebieten einreist, kann sich frühestens nach fünf Tagen freitesten. Wer schon vollständig geimpft oder genesen ist, muss sich nicht in Quarantäne begeben.

Wer aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten kommt, muss auf jeden Fall für zwei Wochen in Quarantäne und alle müssen einen Test vorlegen – auch Geimpfte und Genesene. Aktuell zählen nur Uruguay und Brasilien zu Virusvarianten-Gebieten.

Wichtig ist Weinberg zu erwähnen: „Wenn das Urlaubsland während der Quarantäne vom Virusvarianten- zum Hochinzidenzgebiet herabgestuft wird, ist eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne nach fünf Tagen aber wieder möglich.“

Eine Übersicht, wie viel PCR- und Schnelltests in europäischen Ländern kosten, hat das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland zusammengestellt.

Wie ist die Reiserückkehr mit dem Arbeitgeber geregelt? Muss man gegenüber dem Arbeitgeber vorher ankündigen, dass man in ein Risikogebiet fährt? Muss der Arbeitgeber ein Arbeiten im Home Office zulassen?

„Als Arbeitnehmer ist man zur Rücksichtnahme auf die betrieblichen Interessen des Arbeitgebers verpflichtet“, beschreibt der Jurist, der auch sagt: Gleichzeitig sei eine Urlaubsreise in ein Risikogebiet nicht verboten und Gegenstand der privaten Lebensgestaltung.

Aber: Eine Verpflichtung zur Mitteilung des Urlaubs gegenüber dem Arbeitgeber kann gegebenenfalls dort bestehen, wo eine Infektion für das Arbeitsumfeld besonders gefährlich wäre, etwa in Kranken- oder Pflegeeinrichtungen. Letztlich käme es auf Umstände des Einzelfalls (Impfschutz des Reisenden und der Kollegen, Risiko einer Übertragung auf Dritte, Infektionsgeschehen im Urlaubsland im Vergleich zu Deutschland) an, wie Weinberg erklärt.

Sofern der Arbeitnehmer nicht arbeitsunfähig ist, hat er das Recht und die Pflicht zu arbeiten. „Ob der Beschäftigungsanspruch auch eine Tätigkeit im Home Office umfasst, hängt von den vertraglichen und tatsächlichen Gegebenheiten des Arbeitsverhältnisses ab. In Ausnahmefällen kann auch eine vorübergehende Freistellung durch den Arbeitgeber gerechtfertigt sein, etwa wenn die technischen Voraussetzungen für mobiles Arbeiten nicht gegeben sind“, fügt der Experte an.

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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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