Kostenlose Tampons in öffentlichen Einrichtungen: SPD fordert Pilotprojekt

Scham und Einschränkungen bei Frauen und Mädchen entgegenwirken – das will die Kreis-SPD Unna mit dem Vorstoß, kostenfreie Menstruationsartikel in öffentlichen Einrichtungen bereitzustellen.
Die SPD beantragt die kostenlose Bereitstellung von Hygieneartikeln in Schulen, Behörden und öffentlichen Einrichtungen. © Franziska Gabbert/dpa

Geht es nach der SPD-Fraktion im Kreistag Unna, müssen Mädchen und Frauen sich in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen des Kreises Unna demnächst nicht mehr vor unerwartet eintretenden Menstruationsblutungen fürchten. Um ihnen mehr Selbstsicherheit zu verschaffen und damit auch zur Geschlechtergerechtigkeit beizutragen, möchte die SPD in öffentlichen Gebäuden des Kreises eine kostenlose Versorgung mit Tampons und Binden einrichten, wie es in einer entsprechenden Pressemitteilung heißt. Einen Antrag hat sie bereits in den Kreistag eingebracht.

Demnach soll die Verwaltung beauftragt werden, in einem Pilotprojekt an Schulen sowie in weiteren öffentlichen Gebäuden hygienische und vandalismussichere Spender für Damenbinden und Tampons anzuschaffen, die eine kontrollierte Ausgabe der Hygieneartikel ermöglichen.

„Massive Einschränkungen und Scham bei einem natürlichen biologischen Prozess“

Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, nehme „die Periode keine Rücksicht auf den Zeitpunkt oder die Lebenssituation, lässt sich nicht beeinflussen oder regulieren. Daher passiert es nicht selten, dass Mädchen und Frauen plötzlich und unerwartet in die Situation kommen, dass sie akut Damenhygieneartikel benötigen.“ Dies seien laut SPD Situationen, in denen Mädchen und Frauen massiv eingeschränkt würden und mit Scham reagierten, obwohl es sich bei der Periode um einen natürlichen biologischen Prozess des weiblichen Körpers handelt.

Zu dieser Problematik komme noch hinzu, dass auch sozial benachteiligte oder alleinerziehende Frauen, die vor finanziellen Herausforderungen stehen, Menstruationsartikel wie Binden und Tampons erwerben müssten – Schmerzmittel oder ähnliche mit der Menstruation verbundene Kosten noch nicht mit eingerechnet.

Pilotprojekt für 20.000 Euro soll auf zwei Jahre angesetzt werden

„Andere Nachbarkommunen sind hier schon tätig geworden. Wir halten das auch für den Kreis Unna für eine ausgezeichnete Idee“, erklärt Renate Schmeltzer-Urban, stellvertretende Fraktionsvorsitzende. „Wir wollen damit auch im Kreis Unna ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung setzen, die im Alltag spürbar ist und zu einer Enttabuisierung beiträgt.“ Das Projekt soll für den Anfang auf zwei Jahre angesetzt und anschließend erste Ergebnisse ausgewertet werden. Laut SPD sind dafür 20.000 Euro im Haushalt einzustellen.

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