Am Busbahnhof in Unna traf unser Autor Kevin Kohues am Freitagmorgen nur wenige andere Fahrgäste an.
Mit Video

Homeoffice und 3G-Regel fegen Bus und Bahn leer

Seit Mittwoch (24. November) gilt die 3G-Regel in Bus und Bahn. Unser Autor machte den Test und fuhr von Holzwickede über Unna nach Kamen. Er war fast allein unterwegs.

Die Reise beginnt am Freitagmorgen gegen 8.30 Uhr am Bahnhof in Holzwickede. Zugegeben: Die klassische Pendlerzeit ist das nicht, da hätte ich ein bis zwei Stündchen früher starten müssen. Sicher ist auch dies ein Faktor, der sich auf die Zahl der Fahrgäste auswirkt.

Aber dass die Regionalbahn RB 59 nach Unna fast menschenleer ist, überrascht mich dann doch. Sind schon wieder so viele Menschen im Homeoffice? Oder schreckt die seit Mittwoch geltende 3G-Regel viele noch ungeimpfte Fahrgäste ab?

Der Betreiber, die Eurobahn, kann diese Fragen nicht beantworten, zumindest noch nicht. In zwei Wochen könne man analysieren, ob das Fahrgastaufkommen durch die Einführung von 3G beeinflusst werde, teilt Sprecherin Nicole Pizzuti auf Anfrage mit.

Pendlerin: „Es ist schon leerer geworden“

Eine Mitfahrerin im Zug, die im Gegensatz zu mir regelmäßig mit der Bahn nach Unna pendelt, sagt, es sei schon leerer geworden. Angst vor Ansteckung hat sie keine. Sie ist geimpft und trägt vorschriftsgemäß eine Maske. Eine 3G-Kontrolle habe sie im Zug aber bisher nicht erlebt.

Die Eurobahn der Linie RB59 war auf dem Weg von Holzwickede nach Unna am Freitagmorgen gegen 8.30 Uhr fast menschenleer. © Kevin Kohues © Kevin Kohues

Die Eurobahn-Sprecherin sagt dazu, die Kundenbetreuerinnen würden stichprobenartig die Prüfung vornehmen. Viele Fahrgäste würden den 3G-Nachweis aber bereits selbstständig vorzeigen.

Busfahrer findet die 3G-Regel gut – weil sie Sicherheit gibt

Ähnlich schildert es mir der Busfahrer der Linie S40 nach Kamen und Lünen, in die ich am Busbahnhof Unna einsteige. Ich bin sein einziger Fahrgast. Sonst sei aber mehr los. Die 3G-Regel findet er gut, sie gebe Sicherheit. Probleme habe es noch keine gegeben. „Es kommt eher vor, dass mir eine Oma unaufgefordert ihren Impfnachweis zeigt, als dass jemand keinen hat.“

Unser Autor Kevin Kohues war der einzige Fahrgast, der am Busbahnhof Unna in die VKU-Linie S40 in Richtung Lünen einstieg. © Kevin Kohues © Kevin Kohues

VKU-Sprecherin Sabine Schröder sagt, die 3G-Regel werde laut Rückmeldungen der Fahrer sehr gut von den Fahrgästen akzeptiert. Die VKU sowie die Ordnungsbehörden würden die Einhaltung stichprobenartig kontrollieren, so Schröder weiter. Bei einem Verstoß gegen die 3G-Regel würden die Fahrgäste des Busses verwiesen. Die Ordnungsbehörde verhänge dann ein Bußgeld.

VKU-Geschäftsführer André Pieperjohanns ergänzt: „Wir sind zuversichtlich, dass unsere Fahrgäste die 3G-Regel genauso umsetzen, wie zuvor die Maskenpflicht. Auch wenn diverse Studien nachweisen, dass der ÖPNV zu keiner Zeit Infektionstreiber war, trägt diese Maßnahme dazu bei, das Sicherheitsgefühl in Bus und Bahn zu steigern.“

Ich persönlich teile diese Einschätzung. Bevor ich in Kamen am Bahnhof aussteige, ist nur noch ein weiterer Fahrgast zugestiegen. Ich hatte den Bus also fast für mich allein.

Über den Autor
Chef vom Dienst
Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
Zur Autorenseite
Kevin Kohues

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.