Hilfe in der Energiekrise Kreis Unna schaltet Hotline und bündelt Beratung

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Landrat Mario Löhr am Freitag, 2. Dezember 2022, bei einer Pressekonferenz im Kreishaus Unna. Unter der Überschrift „Ratschlag Energie“ sollen Bürgerinnen und Bürger im Schulterschluss vieler beteiligter Institutionen und Unternehmen Hilfe in der Energiekrise erhalten.
Landrat Mario Löhr am Freitag, 2. Dezember 2022, bei einer Pressekonferenz im Kreishaus Unna. Unter der Überschrift „Ratschlag Energie“ sollen Bürgerinnen und Bürger im Schulterschluss vieler beteiligter Institutionen und Unternehmen Hilfe in der Energiekrise erhalten. © Alexander Heine/Kreis Unna
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Jochen Baudrexl spricht von einem „persönlichen Blackout“ und von „furchtbaren Situationen“, wenn es um die Verhängung von Stromsperren geht. Diese drohen Menschen, die ihre Rechnungen nicht bezahlen. Baudrexl ist der Chef der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen-Bergkamen-Bönen und möchte natürlich vermeiden, dass sein Unternehmen im Zuge der Energiekrise häufiger zu solch drastischen Maßnahmen greifen muss. Betroffene sollten Mahnungen keinesfalls in den Papierkorb werfen, sondern das Gespräch suchen, „wir bieten moderate Ratenzahlungen an“, so Baudrexl.

Gemeinsam eine Lösung zu finden, ist nicht nur das Credo bei den GSW, sondern soll es im ganzen Kreis Unna sein. „Wir wollen unsere Bürgerinnen und Bürger nicht alleine lassen, sondern gemeinsam durch die Energiekrise gehen und auch durch alle weiteren Krisen, die da noch kommen werden“, sagt Landrat Mario Löhr. Löhr und Baudrexl sind zwei von vielen Beteiligten aus ebenso vielen Bereichen, die sich unter der Überschrift „Ratschlag Energie“ zusammentun. Ob Arbeiterwohlfahrt, Bauverein und UKBS, Kirchenkreis, Kreishandwerkerschaft, Wirtschaftsförderung oder das Jobcenter: Die stark gestiegenen Energiepreise betreffen alle, Privatleute wie Betriebe.

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Unter der Überschrift „Ratschlag Energie“ sollen Bürgerinnen und Bürger im Schulterschluss vieler beteiligter Institutionen und Unternehmen Hilfe in der Energiekrise erhalten. © Alexander Heine/Kreis Unna

Beratungstag in der Stadthalle Kamen am 19. Dezember

Dass die Regierung in Berlin inzwischen einiges getan habe, um für Entlastung zu sorgen, erkennen sie alle an. Durch die diversen Hilfspakete inklusive der Erstattung des Dezember-Abschlags oder der Preisbremsen für Gas und Strom, sei die „Dramatik aus der Situation gerade etwas raus“, formuliert es Jochen Baudrexl. Gleichwohl gibt er zu bedenken, dass die Entlastungsmöglichkeiten nicht unbedingt leicht zu verstehen und umzusetzen seien. „Deshalb macht Beratung Sinn.“

Den Auftakt der Kampagne „Ratschlag Energie“ macht deshalb ein Beratungstag für interessierte Bürgerinnen und Bürger in Kamen am Montag, 19. Dezember. Kamen fungiert als Modellkommune, stellt die dortige Stadthalle zur Verfügung für Vorträge, Infostände, aber auch für die Möglichkeit zu vertraulichen Gesprächen mit dem Jobcenter, der Verbraucherzentrale oder der Schuldnerberatung. Beratungstage im Kamener Jobcenter sollen im Januar folgen, und dann gehen auch die kreisweite Hotline sowie eine Webseite des Kreises zu dem Thema an den Start.

GSW-Chef Jochen Bauxdrexl, Landrat Mario Löhr, Kreis-Sprecher Volker Meier und Marianne Oldenburg vom Jobcenter Kreis Unna am Freitag, 2. Dezember 2022, bei einer Pressekonferenz im Kreishaus Unna. Unter der Überschrift
GSW-Chef Jochen Bauxdrexl (v.l.), Landrat Mario Löhr, Kreis-Sprecher Volker Meier und Marianne Oldenburg vom Jobcenter Kreis Unna am Freitag, 2. Dezember 2022, bei einer Pressekonferenz im Kreishaus Unna. © Alexander Heine/Kreis Unna

Hotline „Ratschlag Energie“ startet im Januar

Unter der Rufnummer (02303) 271313 können sich Bürgerinnen und Bürger ab dem 2. Januar montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr Rat holen, wenn zum Beispiel die Jahresendabrechnung ihres Strom- oder Gasanbieters mit einer hohen Nachzahlung ansteht.

Spätestens wenn diese Rechnungen im Januar oder Februar bei den Kunden eingetroffen sind, rechnen der Landrat und seine Mitstreiter mit einem erhöhten Beratungsbedarf. Wobei Jutta Eickelpasch von der Verbraucherzentrale Kamen trotz der Entlastungspakete schon jetzt von heiß laufenden Drähten berichtet. Unter den Anrufern seien nicht nur Fälle für die Schuldnerberatung, „da ist auch schon mal der Eigenheimbesitzer mit zwei Autos dabei“. Es zeichne sich ab, dass sich Lebenssituationen in der Krise ändern.

Transparent zu informieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, soll möglichst vielen Menschen helfen – auch bei speziellen Beratungstagen für Jobcenter-Kunden in Kamen im Januar. Wenn die Angebote in Kamen auf entsprechenden Anklang stoßen, sollen sie auf andere Städte und Gemeinden im Kreis Unna ausgeweitet werden.