Katrin Szyszkowitz (33) aus Holzwickede ist vollständig gegen das Coronavirus geimpft, mit ihrer zurückgewonnenen Freiheit aber noch vorsichtig. © Privat
Coronavirus

Geimpft und frei: Warum Krankenschwester (33) auf ihre Freiheit verzichtet

Katrin Szyszkowitz ist gegen das Coronavirus geimpft – und könnte schon am Wochenende ihre zurückgewonnene Freiheit genießen. Die Holzwickederin bleibt trotzdem erstmal zurückhaltend.

Mehr Freiheiten für Geimpfte: Katrin Szyszkowitz (33) könnte schon ab dem Wochenende Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen ignorieren – sie gilt als durchgeimpft, hat im Februar und März bereits zwei Dosen der Corona-Impfung erhalten. Ihre Freude über die zurückgewonnene Freiheit, sie hält sich gleichwohl in Grenzen.

Die Pläne der Bundesregierung sehen Lockerungen für Geimpfte und Genesene vor, die über die Regelungen in Nordrhein-Westfalen hinaus gehen. Hier gilt bereits seit Montag (3. Mai): Wo andere einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, reicht für sie der Nachweis über die Impfung oder eben über eine überstandene Corona-Infektion. Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen gelten in Nordrhein-Westfalen auch für Geimpfte und Genesene; die Bundesregierung will das mit ihrer Ausnahmenverordnung nun zum Wochenende ändern.

Der Zweispalt mit der zurück gewonnenen Freiheit

Katrin Szyszkowitz könnte sich also schon am Wochenende wieder unbefangen mit Freunden treffen; drinnen wie draußen. Und sie sagt durchaus, dass sie das schon irgendwie aufregend findet. „Nach all der Zeit ist das ja fast ein bisschen ungewohnt.“ Aber sie sagt auch deutlich: „Ich sehe das zwiegespalten und bin skeptisch, ob das jetzt wirklich richtig ist.“

Ihre Skepsis hat einen Grund. Die 33-jährige Holzwickederin ist Krankenschwester im Christlichen Klinikum Unna und sieht insofern tagtäglich von Berufs wegen die ganz realen Gefahren des Coronavirus. Und weil nicht hundertprozentig geklärt sei, ob Geimpfte das Coronavirus nun in sich tragen und übertragen können oder nicht. „Die Angst, andere anzustecken, schwebt mit“, sagt Szyszkowitz.

Privates Umfeld ist größtenteils noch nicht geimpft

Und deshalb will sie ihre zurückgewonnene Freiheit erstmal nicht auskosten. „Ich warte lieber noch, bis die Herdenimmunität wirklich erreicht ist.“ Und davon ganz abgesehen scheitert die zurückgewonnene Freiheit schon aus ganz praktischen Gründen: „Abgesehen von meinen Kollegen sind die meisten in meinem Umfeld ja noch gar nicht geimpft.“

Die 33-jährige Krankenschwester hofft, dass möglichst bald möglichst viele Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden können – und dass auch viele davon Gebrauch machen. Sie selbst hat auf das Gesundheitssystem in Deutschland vertraut. „Da wird doch nicht einfach irgendwas völlig ungeprüft auf den Markt gebracht.“

Über den Autor
stv. Chefredakteur
Jahrgang 1985, verliebt in seine Heimat am nördlichsten Bogen der Ruhr. Geselliger Vereinsmensch mit vielseitigen Interessen. Im Job brennt er vor allem für politische und menschelnde Storys. Seit 2010 beim Hellweger.
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Alexander Heine
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