Im Unnaer Impfzentrum gibt es neue ärztliche Leiter. © Udo Hennes (Archiv)
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Fröndenberger Arzt wird Impfzentrum-Leiter: „Nun bleibt Gartenarbeit liegen“

Das Unnaer Impfzentrum hat seit kurzem fünf neue ärztliche Leiter. Einer davon ist Thomas Huth aus Fröndenberg. Er berichtet von einer Sieben-Tage-Woche, die ihm trotz des Stresses Spaß macht.

Wenn man sich etwas länger mit Dr. Thomas Huth unterhält, könnte man denken, der Fröndenberger Arzt hat gerade eine entspannte Zeit. Es sei momentan ein schönes Arbeiten, was er im Dienste der Patienten gerne macht. Was er dabei nicht erwähnt, ist die Tatsache, dass der Mediziner seit kurzem eine Sieben-Tage-Woche hat. Der Grund: Huth gehört zu den neuen ärztlichen Leitern des Impfzentrums in Unna.

„Nachdem klar wurde, dass die bisherigen Leiter aufhören, bin ich gefragt worden, ob ich mir eine Tätigkeit dort vorstellen könnte. Ich dachte mir: Wenn ich gebraucht werde, werde ich das auch tun“, erzählt er.

Hausbesuche werden in den Abend geschoben

Zusammen mit Dr. Boris Hait, Dr. Udo Müller, Dr. Jürgen Wentzek und Dr. Stephan Spanke bildet er nun das Leitungsteam des Impfzentrums. Zuvor wurden die bisherigen Verantwortlichen Theodor Spanke, Dr. Wolfgang Dryden und Dr. Holger Felcht verabschiedet.

Nun ist die Frage, wie sich die Tätigkeit des Fröndenberger Arztes mit seiner Praxis in Ardey vereinbaren lässt? „Ach, das ist eigentlich kein Problem. Im Impfzentrum bin ich am Mittwochnachmittag, da ist meine Praxis geschlossen. Die Hausbesuche, die eigentlich zu dieser Zeit anstanden, habe ich auf den Abend verschoben.“

Einige Patienten werden zurückgeschickt

Zudem arbeitet Huth am Wochenende zu je einer Früh- und Spätschicht im Impfzentrum. Er habe keine Kinder, die er noch bespaßen und mit denen er noch Fußball spielen müsse, erzählt er in seiner lockeren Art. Und was meint seine Frau zu seiner regelmäßigen Sieben-Tage-Woche? „Die unterstützt mich so gut, wie sie kann. Nur etwas Gartenarbeit bleibt nun liegen. Aber das ist nicht dramatisch.“

Dr. Thomas Huth, hier zusammen mit seiner Medizinischen Fachangestellten Tanja Dawidovski-Vogt in seiner Praxis, ist einer der neuen ärztlichen Leiter des Impfzentrums.
Dr. Thomas Huth, hier zusammen mit seiner Medizinischen Fachangestellten Tanja Dawidovski-Vogt in seiner Praxis, ist einer der neuen ärztlichen Leiter des Impfzentrums. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Zusammen mit den anderen Ärzten ist er nun verantwortlich für den medizinischen Bereich des Impfzentrums. Dazu gehören insbesondere die Aufklärung, die Impfung und die entsprechende Dokumentation. Genauer heißt das: Huth prüft bei jedem Patienten, ob dieser geimpft werden darf. „Bei den im Durchschnitt 1000 Patienten, die wir jeden Tag impfen, gibt es zehn bis zwölf Fälle, die wir wieder zurückschicken. Meist liegt es an den Vorerkrankungen.“

Mit Stand vom 15. Juni haben in Unna 186.471 Menschen eine Erstimpfung erhalten. 107.033 Bürger wurden bereits zweimal geimpft.

„Es macht Spaß, hier zu arbeiten“

Ein Mal in der Woche gibt es auch ein virtuelles Treffen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfallen-Lippe (KVWL). Hier werden die Schwierigkeiten, die es bei der täglichen Arbeit im Impfzentrum gibt, angesprochen. Dazu zählen auch die Personen, die nicht geimpft werden dürfen.

Dazu kommt, dass das Leitungsteam die Führung des Personals, den Kontakt zum Kreis Unna, den Kommunen und den mobilen Impfteams sowie Medien- und Pressearbeit übernimmt. „Es ist ein tolles Team. Es macht Spaß, hier zu arbeiten. Der Austausch ist hervorragend“, sagt der Fröndenberger Mediziner.

Von den anderen Ärzten kannte Huth bisher drei vom Namen, aber nicht persönlich. Er habe sich gefreut, die Kollegen nun auch vor Ort kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Befürchtet der Mediziner nun eine Überforderung für die kommende Zeit? „Nein, ich denke, dass es dazu nicht kommen wird. Es ist ja eine begrenzte Zeit von einigen Monaten. Die Tendenz sieht so aus, dass wir auf einem guten Weg mit den Impfungen sind.“

Über den Autor
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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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Maximilian Konrad

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