Kampf gegen häusliche Gewalt Mini-Flyer soll Frauen das Leben leichter machen

Redakteurin
Opferschutzbeauftragte der Kreispolizei Unna: Ute Hellmann
Die Opferschutzbeauftragte der Kreispolizei Unna, Ute Hellmann, präsentiert die neuen Flyer für Menschen, die unter häuslicher Gewalt leiden. © Claudia Lohmann
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Es ist ein kleiner Zettel, der schnell in der Tasche oder im Portemonnaie landen kann. Der Flyer ist nur so groß wie eine Visitenkarte, steckt dafür aber voller wichtiger Informationen und Kontakten.

Dass er so klein und unauffällig ist, hat einen Grund, wie Ute Hellmann, Opferschutzbeauftragte der Kreispolizei Unna, erklärt. Denn der Flyer, der an vielen Stellen ausgelegt wird, richtet sich an Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt sind.

Die Betroffenen trauen sich nicht immer, etwas zu sagen oder die Polizei einzuschalten. Manche wissen vielleicht auch gar nicht, dass sie Opfer häuslicher Gewalt sind und Hilfe in Anspruch nehmen sollten.

In dem Mini-Flyer finden sie nicht nur Stellen, an die sie sich wenden können – wie die Polizei oder das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Darin wird auch kurz und verständlich erklärt, wie man Gewalt erkennt, wie krank sie macht und was die Polizei tun kann. Auch Fragen, die die Betroffenen beschäftigen, sind aufgeführt. Fragen, auf die die Frauen nicht alleine Antworten finden müssen.

Ute Hellmann hofft, auf diesem Weg noch mehr Betroffene zu erreichen und sie zu ermutigen, sich Hilfe zu holen. In diesem Jahr wurden im Bereich der Kreispolizei Unna allein 485 Strafanzeigen mit dem Fallmerkmal „Häusliche Gewalt“ gestellt – 108 mehr als im vergangenen Jahr. Für Ute Hellmann ist jeder Fall einer zu viel und darauf machte sie am Tag gegen häusliche Gewalt an Frauen beim Zonta-Laternenumzug in Unna auch farblich aufmerksam. „Ich habe alles Orangefarbene angezogen, das ich gefunden habe“, so die Polizistin.