FFP2-Masken sind derzeit ein großes Thema für die Apotheken. Einige Arzneihäuser riefen schon im Dezember dazu auf, Schutzmasken zu reservieren wie hier in Dortmund. In die Kritik gekommen sind jetzt Bonus-Aktionen, die zu den verbilligten Masken gegen Coupon noch weitere gratis zugeben. © Marcus Land
Coupons für Schutzmasken

FFP2-Masken: Bonus „10 statt 6“ von Apothekern erntet Kritik von Kollegen

Die Apotheken erwarten derzeit viele Kunden, die Coupons für FFP2-Masken mitbringen. Die Werbestrategie einiger Arzneihäuser, auf die vergünstigten Schutzmasken Gratisexemplare zu legen, kommt nicht überall gut an.

Bei den FFP2-Masken bilden sich offenbar zwei Apotheken-Fraktionen: die eine, die schlicht Bezugsscheine der Versicherten einlöst, und die andere, die bei Einlösung des Coupons noch einen Bonus von weiteren Masken gibt. Die Kritik: In Apotheken werden Menschenaufläufe provoziert.

»Ich gehe davon aus, dass die meisten Kunden ihre Stammapotheke aufsuchen.«

Claudia Pöstges, Stifts-Apotheke Fröndenberg

Claudia Pöstges von der Stifts-Apotheke in der Fröndenberger Innenstadt bleibt als Kollegin ganz diplomatisch: Apotheker stünden nun einmal, ebenso wie bei den frei verkäuflichen Medikamenten, auch in einem Wettbewerb. Was sie ausspricht, heißt übersetzt: Man ist als Apothekerin nicht nur Heilberuflerin, sondern auch Geschäftsfrau.

Bonus-Aktion – aber ohne aggressive Werbung

So lange die Bonus-Aktionen von Apotheken derart gestaltet würden, dass der Betrag von 2 Euro, der neben dem Coupon für sechs verbilligte Masken fällig wird, einem guten Zweck gespendet werde, könne sie damit absolut leben. Zumal es sich in Fällen, die ihr bekannt sind, nicht um aggressive Werbung handele.

Allerdings könne sie sich kaum vorstellen, dass Kunden für Bonus-Aktionen wie solche der Apotheken, die der Kooperation 1A-Gesund angehören, weite Wege in Kauf nehmen und etwa von Fröndenberg bis Hemer fahren.

In den 1A-Gesund-Apotheken, die an der Aktion teilnehmen, erhalten Kunden neben den sechs Coupon-Masken zu 2 Euro noch drei FFP2-Masken zusätzlich kostenlos.

Apothekerkammer wirft mangelnde Solidarität vor

„Ich gehe davon aus, dass die meisten Kunden ihre Stammapotheke aufsuchen“, sagt Claudia Pöstges. Davon geht zumindest die Apothekerkammer des Saarlandes nicht aus.

Die berufsständische Vertretung der Apotheker in dem Bundesland hat sich klar positioniert: Nach Beschwerden von Einzelapotheken, die keine Bonus-Aktionen veranstalten können oder wollen, sprach die Kammer im Saarländischen Rundfunk von mangelnder Solidarität gegenüber kleineren Apotheken.

Die Aktion der Kooperation 1A-Gesund sei außerdem aus Infektionsschutzgründen kontraproduktiv, weil es durch sie zu größeren Menschenansammlungen vor den Apotheken kommen könne.

Apotheken haben Menge für Stammkunden bestellt

Die Apothekerkooperation hält dem entgegen, dass die Menge von zweimal sechs Masken in zwei Monaten schlicht zu gering sei. Daher setze man gerade ein Zeichen der Solidarität, wenn mehr Masken gratis ausgegeben würden.

Alles andere als begeistert ist auch Anne-Katrin Burmester von Bonus-Aktionen ihrer Berufskollegen. Die Inhaberin der Hubertus-Apotheke in Langschede appelliert auch aus einem anderen Grund an die Kunden, ihre Stammapotheke aufzusuchen: Schließlich habe man eine entsprechende Menge an FFP2-Masken kalkuliert und gelagert. Mehrere Tausend sind es allein in Langschede.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land
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