Landrat Mario Löhr, Silke Neubert (Leiterin der Zulassungsstelle), Personalchef Holger Gutzeit und Dezernent Uwe Hasche (v.l.) freuen sich, dass das Kreishaus in Unna ab dem 2. August auch wieder ohne Termin besucht werden kann. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sind dort viele Überstunden angefallen. © Marcel Drawe
Kreis Unna

Ein riesiger Berg an Überstunden lastet auf dem Kreishaus

Die Corona-Pandemie hat in vielerlei Hinsicht zu Ausnahmezuständen geführt. Davon betroffen ist auch der Kreis Unna als Behörde. Die Mitarbeiter dort haben zahlreiche Überstunden aufgebaut.

Unnas Landrat Mario Löhr ist es wichtig, dem Team in seiner Behörde zu danken. Was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort seit dem Beginn der Corona-Pandemie geleistet hätten, verdiene großen Respekt, sagt er. Im Hinterkopf hat er dabei auch einen riesigen Berg an Überstunden.

„Seit dem Beginn der Pandemie werden in allen Bereichen Überstunden gemacht“, erklärte Gesundheitsdezernent Uwe Hasche, als der Kreis verkündete, sein Verwaltungsgebäude in Unna ab dem 2. August auch wieder für Menschen ohne Termin zu öffnen.

Bei Hasches Worten fällt der Blick natürlich auf das Gesundheitsamt. Die Arbeit dort war von den dort eigentlich tätigen Frauen und Männern mit dem Beginn der Pandemie nicht mehr zu bewältigen. Das akribische Ermitteln von Kontakten und Infektionsketten beim Bekanntwerden neuer Corona-Fälle fraß riesige Ressourcen.

Mehraufwand im Gesundheitsamt löst Kettenreaktion aus

Dass das gemacht werden musste, ist unumstritten. Fast logisch, dass die im Gesundheitsamt Angestellten Überstunden anhäuften. Der Kreis Unna zögerte nicht lange, wenn es darum ging, das Gesundheitsamt zu stärken. Mitarbeiter aus vielen Abteilungen wurden abgezogen und befassten sich nun auch mit der Kontaktnachverfolgung. Auch sie machten Überstunden. Sogar die Bundeswehr wurde hinzugezogen.

Das Verschieben von Mitarbeitern in die Gesundheitsbehörde löste eine Kettenreaktion aus. In anderen Bereichen der Verwaltung wurden Löcher gerissen, die ebenfalls nur durch Mehrarbeit der dort verbliebenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestopft werden konnten.

Überstunden abfeiern – aber wie?

Personalchef Holger Gutzeit weiß, dass der Berg von Überstunden riesig ist. Die Vorstellung, diese Stunden könnten nun einfach abgebaut oder ausbezahlt werden, ist allerdings trügerisch. „Da treffen Wünsche auf beamtenrechtliche Vorschriften“, weiß Gutzeit nur zu genau, dass es keine einfache Lösung gibt. Die Verwaltungsspitze und der Personalrat werden nach einer Lösung suchen. „Die werden wir auch finden“, ist Landrat Löhr zuversichtlich.

Offenbar wollen die meisten Beschäftigten einen Freizeitausgleich für ihre angefallenen Überstunden. Dezernent Hasche verweist in diesem Zusammenhang auch auf steuerliche Gründe. Das Problem: Die Überstunden können unmöglich von allen Betroffenen zugleich abgefeiert werden. „Das ist ein Thema, das uns sicher bis weit in das nächste Jahr begleiten wird“, sagt Löhr. Das Ziel, Überstundenkonten zum Jahresende auf einen Wert nahe Null zu setzen – es ist im Jahr 2021 auf keinen Fall zu erreichen.

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Redaktion Unna

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