Antrag beim Kreis

Corona-Schutzimpfung: Regelung für Härtefälle, die durchs Raster fallen

Wer dringend geimpft werden muss, aber bisher durchs Raster gefallen ist, für den hat das Gesundheitsministerium nun eine Regelung: Betroffene müssen sich beim Kreis Unna melden.
Wer wann geimpft werden kann, ist an sich streng geregelt. Nun gibt es aber eine Ausnahmeregelung für besondere Härtefälle. © picture alliance/dpa/dpa Pool

Die Verordnung für Coronaimpfungen, die Anmeldeverfahren und Reihenfolge regelt, hat Lücken. Sie betreffen schwer kranke Einzelfälle. Nun hat das Landesgesundheitsministerium für diese Menschen eine Regelung gefunden.

Kranke, die durchs Raster fallen

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärt: „Es gibt Menschen mit Vorerkrankungen, die sich in der Liste der Coronaimpfverordnung nicht wiederfinden.“ Die nun erarbeitete Regelung sei ein pragmatisches Verfahren, das den Betroffenen bestmöglich weiterhelfen soll.

Gemeint sind zum Beispiel Patienten, für die unmittelbar eine Chemotherapie ansteht. Für diese gesonderten Einzelfallentscheidungen kommen laut Ministerium Personen infrage, „bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund der Seltenheit der Erkrankung oder der besonderen Schwere keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zum möglichen Verlauf einer SARS-CoV-2 Infektion vorliegen, aber von einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf ausgegangen werden muss“.

Telefonkontakt

Anrufen beim Gesundheitsministerium

Das Gesundheitsministerium NRW gibt eine Telefonnummer für Bürgeranfragen an: (0211) 855-5.

Antrag beim Kreis Unna stellen

Um unabhängig von der Coronaimpfverordnung einen Impftermin zu bekommen, brauchen die Betroffenen ein ärztliches Zeugnis, das nach dem 8. Februar ausgestellt wurde. Damit müssten die Patienten einen Antrag auf Einzelfallentscheidung bei der zuständigen Behörde stellen. Im Kreis Unna ist dies die Kreisverwaltung. Bei Zweifeln an der ärztlichen Beurteilung könne der Kreis den Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung prüfen lassen.

Das Laumann-Ministerium betont: Ausgenommen von diesem neuen Verfahren sind ausdrücklich diejenigen chronisch Kranken, die in der Coronaimpfverordnung des Bundes bereits anderweitig genannt werden. In den nachfolgend aufgeführten Fällen müsse kein Antrag auf Einzelfallentscheidung gestellt werden, diejenigen würden ein gesondertes Impfangebot ebenfalls im März erhalten. Das Ministerium nennt hier folgende Beispiele:

  • Organtransplantationen,
  • Demenz, geistige Behinderung oder schwere psychiatrische Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression,
  • chronische Nierenerkrankung,
  • Immundefizienz oder HIV-Infektion,
  • Autoimmunerkrankungen,
  • rheumatologische Erkrankungen,
  • Asthma bronchiale oder
  • chronisch entzündliche Darmerkrankung.
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