Star-Cellist Müller-Schott: Celloherbst am Hellweg ist einzigartig

Redakteur
Musiker des Vision String Quartett liegen in einem Bällebad – ein ungewöhnliches Konzert zum Auftakt des Celloherbstes.
Celloherbst 2022: Das „Vision String Quartet“ spielt zur Eröffnung. Es ist ein hochkarätiges Quartett, das Klassikfreunde begeistern wird und gleichzeitig zum Auftakt des Festivals einen besonderen Akzent setzt. © Harald Hoffmann
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Daniel Müller-Schott gehört zu den angesagtesten Cellisten der Gegenwart. Er ist seit Jahren Schirmherr des Celloherbstes, kann als Musiker, der auf den Bühnen der Welt unterwegs ist, aber auch von außen auf die Kultur der Hellwegregion blicken. Und er tut es mit Freude: „Das ist in dieser Form ziemlich einzigartig.“

Die Faszination des Cellos

Zum inzwischen zehnten Mal soll die Hellwegregion warm und vielseitig klingen, wie das Cello eben. „Es kann wie eine Flöte klingen, wie eine Geige oder wie eine Klarinette“, schwärmt Daniel Müller-Schott beim Pressegespräch vor dem Auftakt des Festivals.

Er selbst spielt dieses Instrument, seitdem er sechs Jahre alt ist. „Nur einen Ton zu spielen, ist schon so ein tolles Erlebnis.“ Die Faszination, die vom Cello ausgeht, soll die Konzertreihe einmal mehr ins Publikum tragen.

Man habe für die 2022er-Auflage des Celloherbstes auf Solistenkonzerte verzichtet, erläutert Felicitas Stephan, die künstlerische Leiterin. Auch die sonst klassische Kombination aus Cello und Klavier solle in diesem Jahr nicht im Vordergrund stehen, sondern das Spiel in Ensembles. Nach den Corona-Jahren entspreche dies dem Zeitgeist, so Stephan. „Man ist so froh, wenn man wieder etwas zusammen tun kann.“

Celloherbst 2022

Termin und Infos

  • Der Celloherbst 2022 beginnt mit dem Eröffnungskonzert am Donnerstag, 8. September: „Vision String Quartet – Aufregend anders“, 19.30 Uhr, Kirche St. Martin, Martinstraße 32
  • Alle Termin gibt es im Internet auf der Seite www.celloherbst.de
  • E-Mail: info@celloherbst.de
  • Karten: karten@konzerthaus-hellweg.de
  • Info-Hotline: 0163 175 94 68

Musiker möchten Musik mit Menschen teilen. Bis zur Coronazeit sei es überhaupt nicht vorstellbar gewesen, dass dies einmal aufhören würde, so Müller-Schott. Viele Künstler beschreiben die Zeit, in der Konzerte nicht möglich waren, als schmerzhaft. Umso größer ist nun die Freude, wieder vor Publikum auftreten zu können. „Die Leidenschaft ist riesig“, sagte Müller-Schott. „Ich empfinde nur pure Dankbarkeit.“

Die Vorfreude auf den Celloherbst 2022 steigt: Felicitas Stephan (künstlerische Leitung, v. l.), Schirmherr Daniel Müller-Schott, Uli Bär (Intendant) und Hans-Georg Volkery (Kulturkreis der Unnaer Wirtschaft) präsentierten das Programm.
Die Vorfreude auf den Celloherbst 2022 steigt: Felicitas Stephan (künstlerische Leitung, v. l.), Schirmherr Daniel Müller-Schott, Uli Bär (Intendant) und Hans-Georg Volkery (Kulturkreis der Unnaer Wirtschaft) präsentieren das Programm. © Raulf

Daniel Müller-Schott selbst ist in diesem Jahr beim Celloherbst nicht als Musiker dabei. Er verstehe sich aber als „Botschafter“ seines Instruments und der Musik im Allgemeinen.

Gerade bei jüngeren Menschen Neugier zu wecken, sei ein wichtiges Ziel. Und in diesem Sinne soll insbesondere das Eröffnungskonzert nicht nur das Klassik-Publikum ansprechen. Die Aufführung des Vision String Quartet ist überschrieben mit „Aufregend anders“. Das Ensemble spielt Musik von Ravel, außerdem Jazz und Pop. Die vier Männer setzen auf Show und Effekte und füllen weltweit Konzertsäle, so Felicitas Stephan. „Das ist aber auch ein hochkarätiges klassisches Streicherquartett“, versichert sie.

Celloherbst entdeckt die Synagoge

Nach der Eröffnung in der St.-Martins-Kirche geht die Reihe in Unna in der Synagoge weiter. „Dort waren wir noch nie“, berichtet Intendant Uli Bär. Immer wieder entdeckt der Celloherbst auch neue Orte, darunter den Emscherquellhof in Holzwickede. Und die Synagoge soll im Dezember auch der Ort für ein Konzert aus aktuellem Anlass sein. Einem Konzert für die Ukraine geben die Veranstalter das Motto „Die Musik darf nicht schweigen“. Es spielt ein ukrainisches Celloquartett.

Ob Brasilien, Chile, Griechenland oder Bulgarien – aus verschiedensten Ländern kommen die Musiker beim Celloherbst, um im Kreis von rund 100 Kilometern zwischen Ruhrgebiet, Sauerland, Münsterland und Hellwegbörde Musik zu machen – bis kurz vor Weihnachten.

Ohne starke Partner ließe sich ein solches Festival nicht organisieren. Dazu gehören neben Kammermusikgesellschaften, Vereinen und Kulturbüros vor allem der Kulturkreis der Unnaer Wirtschaft und das Land NRW.