Arbeitslosigkeit im Kreis Unna fällt fast wieder auf Vor-Corona-Niveau

Redakteur
Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm, sieht den Arbeitsmarkt im Kreis Unna auf einem guten Weg.
Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm, sieht den Arbeitsmarkt im Kreis Unna auf einem guten Weg. © Marcel Drawe
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Gute Nachrichten hat die Agentur für Arbeit für den Kreis Unna: Im September ist die Arbeitslosenzahl auf 15.255 gesunken. Das bedeutet, dass 777 Menschen weniger ohne Arbeit waren als im August. Niedriger war die Arbeitslosenzahl im Kreis Unna zuletzt im März 2020, als die Corona-Pandemie begann.

Sehr schnell war die Arbeitslosenzahl in der Folge nach oben geschnellt, den höchsten Wert erreichte sie im August 2020 mit 17.545. Die Arbeitslosenquote betrug im September 7,1 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 8,0 betragen, im August 2021 immer noch 7,5 Prozent.

„Im September hat sich der Arbeitsmarkt weiter in die richtige Richtung entwickelt und bei allen Personengruppen im Kreis Unna für verbesserte Jobchancen gesorgt“, freut sich Agenturchef Thomas Helm über die Fortsetzung der Belebung. Dass jüngere Menschen im September in Ausbildung gingen und damit ihre Arbeitslosigkeit beendeten, sei nicht überraschend.

Dass sich aber „gerade die Arbeitslosigkeit langzeitarbeitsloser, ausländischer sowie älterer Menschen ebenfalls deutlich reduziert hat, belegt sowohl die hohe Einstellungs- als auch wachsende Qualifizierungsbereitschaft der Unternehmen.“

Größter Abbau in Werne

Für den Oktober geht Helm von einer weiteren Senkung der Arbeitslosigkeit aus: „Das Ziel ist, wieder die sechs vor dem Komma zu erreichen. Und das halte ich bis Jahresende für möglich.“

In neun Kommunen des Kreises Unna entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat rückläufig. Den größten Abbau verzeichnete Werne (-9,3 Prozent). Danach folgen Unna (-6,7 Prozent), Schwerte (-6,7 Prozent), Holzwickede (-6,7 Prozent), Bergkamen (-4,8 Prozent), Kamen (-4,8 Prozent), Fröndenberg (-4,3 Prozent), Bönen (-4,1 Prozent) und Lünen (-3,5 Prozent). Einzig Selm verzeichnete einen minimalen Anstieg an Arbeitslosen (+0,5 Prozent).

Neue Stellen vor allem im Bereich Gesundheit, Erziehung und Soziales

Der Bestand an Arbeitsstellen nahm im September um 33 auf 3.630 zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 600 Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Berichtsmonat 792 neue Arbeitsstellen, 96 (+13,8 Prozent) mehr als im August.

Damit verzeichnet die Stellenseite auch im September eine fortsetzend positive Tendenz, die insbesondere auf erheblichen Stellenmeldungen im Bereich Gesundheit, Erziehung und Soziales (vor allem für Erzieher und Sozialpädagoginnen), im Einzelhandel und im Verarbeitenden Gewerbe fußt. Ein vorsichtig positives Signal sendet auch der Bereich Touristik und Kultur, in dem ebenfalls neue Kräfte gesucht werden.