Pharmazeutisch-Technische Assistenten und Apotheker haben die Fähigkeiten, den Impfstoff für seinen Einsatz vorzubereiten. Das macht sich auch das Impfzentrum Unna zunutze. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Pandemie

Apotheken-Teams unterstützen die Arbeit im Impfzentrum Unna

Wenn das Impfzentrum Unna mit Verspätung am 8. Februar an den Start geht, dann ist Fachpersonal gefragt – auch bei der Aufbereitung des Impfstoffes. Dabei helfen Apotheken-Mitarbeiter.

Für Apothekerinnen und Apotheker, aber auch für Pharmazeutisch-Technische Assistenten (PTA), ist der Umgang mit Medikamenten Alltag. Sie kennen die Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen, bringen aber zugleich das notwendige Geschick für die richtige Dosierung mit. Keine Wunder also, dass pharmazeutisches Fachpersonal auch in den Impfzentren gefragt ist.

„Wir haben uns schon mit mehreren Teams für den Dienst im Impfzentrum Unna angemeldet“, sagt Apotheker Dr. Matthias Coen von der Ring-Apotheke in Unna. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe hatte einen entsprechenden Aufruf gestartet und auch Online-Schulungen angeboten.

Apotheke hat Kapazitäten für Impf-Einsatz

„Wir haben die Kapazitäten dafür – auch, weil wir viele Halbtagskräfte haben“, sagt Coen. Zudem sei es trotz der Verteilungsaktion von FFP2-Masken in seiner Apotheke ruhiger als sonst – und das nicht nur wegen fehlender Laufkundschaft.

„Es gibt keine Veranstaltungen, die Menschen halten Abstand zueinander und tragen Masken, achten auf Hygiene. Da gibt es auch bei anderen Krankheiten weniger Ansteckungen“, sagt Coen und fügt hinzu: „Aber das ist ja unser aller Ziel: Dass die Menschen gesund sind.“

In Sachen Corona ist der Weg zu einer gesunden Gesellschaft allerdings noch weit. So hält sich der Inzidenzwert im Kreis Unna trotz leichter Verbesserungen beharrlich im dreistelligen Bereich. Die Impfungen, die am 8. Februar auch im Impfzentrum starten sollen, werden mehrheitlich als Chance gesehen, die Pandemie erfolgreich zu bekämpfen.

Schwierige Aufbereitung des Impfstoffes

Was aber tun die pharmazeutischen Fachkräfte in den Impfzentren? „Wir bereiten den Impfstoff auf und verteilen ihn auf jeweils sechs Dosen“, sagt Coen. Gewissermaßen wecken sie das Vakzin aus dessen Winterschlaf: Bei -70 Grad wird der Impfstoff geliefert, bei Raumtemperatur muss er dann unter keimarmen Bedingungen mit einer genauen Dosis Kochsalzlösung gemischt werden – aber vorsichtig: „Wird der Impfstoff in diesem Zustand einmal geschüttelt, muss er verworfen werden“, erklärt Dr. Andreas Walter, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

Ist der Impfstoff aufbereitet und auf Spritzen aufgezogen, ist er kaum noch transportabel. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Aufbereitet oder gar auf Spritzen aufgezogen ist der Impfstoff nicht transportabel. „Man kann ihn zwar unter Einhaltung bestimmter Vorsichtsmaßnahmen noch händisch in den nächsten Raum tragen, aber ein Transport zum Beispiel zum Patienten nach Hause ist nicht möglich.“ Die komplexen Bedingungen erfordern Konzentration und Ausdauer: „Die Rekonstitution des Impfstoffs ist eine pharmazeutische Kernaufgabe. Dafür haben Apotheker Pharmazie studiert, dafür haben PTA ihre pharmazeutische Ausbildung absolviert.“

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„Wir sind begeistert, wie viele Kammerangehörige sich auf diese Weise in den Kampf gegen Covid-19 einbringen.“

Dr. Andreas Walter, Apothekerkammer Westalen-Lippe

Bislang wurden 4000 Apothekerinnen und PTA in der Impfstoff-Aufbereitung geschult – weitere vier Veranstaltungen mit je 100 Teilnehmerinnen folgen und sind teilweise schon jetzt ausgebucht. „Wir sind begeistert, wie viele Kammerangehörige sich auf diese Weise in den Kampf gegen Covid-19 einbringen“, so Walter.

Coen betont Bedeutung der Apotheken vor Ort

Apotheker Dr. Matthias Coen weiß aber auch, dass die Voraussetzungen für einen Einsatz in den jeweiligen Apotheken unterschiedlich gut sind. „In kleineren Apotheken ist das sicher schwieriger zu realisieren“, sagt er. Dennoch können sich jederzeit noch weitere Apotheken bei der Kammer melden.

Coen hofft, dass das auch nachhaltige Wirkung zeigt: „An diesem Beispiel sieht man, wie wichtig die Apotheken vor Ort sind.“ Recht hat er: Online-Apotheken können in Sachen Impfzentren nicht helfen.

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Redaktion Unna
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