Frauen und Männer der Jahrgänge 1942 und 1943 können Impftermine für das Impfzentrum Unna buchen. © Udo Hennes (Archiv)
Pandemie

100 Tage Impfzentrum Unna – eine Bilanz

Es ging später an den Start als erhofft. Das Impfzentrum für den Kreis ist am 8. Februar in Unna eröffnet worden. Seit dem Start hat sich viel getan – eine Bilanz.

Als am zweiten Weihnachtstag 2020 die ersten Impfspritzen gegen Covid-19 auch in Unna gesetzt wurden, war die Hoffnung groß. Insbesondere Bundes- und Landespolitiker erweckten immer wieder den Eindruck, die Impfzentren – und damit auch das für den kreis Unna – könnten wenig später starten.

Bis es soweit sein sollte, sollten noch gut sieben Wochen vergehen: Erst am 8. Februar wurde das Impfzentrum erstmals geöffnet – und auch dann nicht im Ganztagsbetrieb und nicht mit der Auslastung aller fünf Impfstraßen. Es fehlte schlicht der Impfstoff, mit dem die Bevölkerung – und damit zunächst die ältesten Bürgerinnen und Bürger – hätte versorgt werden können.

So groß die Hoffnungen auf baldige Impfungen waren, so viel Ärger gab es auch bei der Vereinbarung von Impfterminen. Sämtliche Leitungen zur Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe waren überlastet. Server brachen zusammen, Telefonanrufe gingen nicht durch. Aus der Lust auf den Impfstoff wurde der Frust bei der Terminvereinbarung.

Viele alte Menschen waren da längst geimpft. Die mobilen Teams setzten in Senioren- und Pflegeheimen nicht nur Spritzen, sie nahmen auch Ängste. Bis zum Sonntag sind 26.010 Menschen im Kreis Unna durch mobile Teams mindestens einmal geimpft worden – nicht nur hochbetagte.

Impfzentrum erweist sich als leistungsfähig

Wie leistungsstark das Impfzentrum an der Platanenallee in Unna inzwischen geworden ist, zeigen die Zahlen von dort. Bis inklusive Sonntag haben 72.275 Menschen ihre Erstimpfung dort erhalten, 23.720 genießen mit der erfolgten Zweitimpfung bereits den vollen Impfschutz. In der umfunktionierten Kreissporthalle sind längst alle fünf Impfstraßen ausgelastet, der Betrieb von 8 bis 20 Uhr ist an allen sieben Wochentagen gesichert.

Möglich ist das, weil sich viel Personal gefunden hat, das die verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt – von der Registrierung über das Artgespräch und die Impfung bis hin zur Entlassung der Geimpften. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe verweist darauf, dass allein im Impfzentrum in Unna 220 Apothekerinnen und Apotheker sowie Pharmazeutisch-Technische Assistenten (PTA) 95.995 Impfdosen aufbereitet haben. „Insgesamt haben wir mehr als 90.000 Impfdosen rekonstituiert und dem medizinischen Team passgenau zur Verfügung gestellt“, erklärt Apothekerin Sarah Maria Doll, Pharmazeutische Leiterin im hiesigen Impfzentrum, „und zwar über die unterschiedlichen Impfstoffe hinweg: Ganz gleich, ob Astrazeneca oder Biontech – alle Impfstoffe gehen durch unsere Hände.“

Impfstoffe müssen perfekt aufbereitet werden

Die Apothekerkammer betont, dass das pharmazeutische Personal die Impfung mit den neu entwickelten mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna überhaupt erst möglich gemacht habe. Gewissermaßen wecken die Fachleute das Vakzin aus dessen Winterschlaf: Gekühlt wird der Impfstoff geliefert, bei Raumtemperatur muss er dann unter keimarmen Bedingungen im Hintergrund und ohne Patientenkontakt mit einer genauen Dosis Kochsalzlösung gemischt werden.

Die Bereitstellung des Impfstoffs durch pharmazeutisches Personal sei alles andere als trivial. „Mehrfach umgedreht, aber nicht geschüttelt“ laute frei nach James Bond die Devise. Denn jeder noch so kleine Fehler würde die Wirksamkeit gefährden. Daher gebe es eine exakte Verfahrensanweisung, an die sich die Apothekerinnen und Apotheker sowie die PTAs auch im Impfzentrum des Kreises Unna akribisch hielten. „Wir überlassen hier im Impfzentrum nichts dem Zufall“, sagt Apothekerin Doll.

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Redaktion Unna

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