Zwei zusätzliche verkaufsoffene Sonntage in Kamen geplant

dzWirtschaft

Die Termine für zwei zusätzliche verkaufsoffene Sonntage in Kamen sind festgelegt. Die Händlervereinigung KIG will Extra-Ladenöffnungen jeweils einmal im Oktober und November.

Kamen

, 21.08.2020, 17:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei neue verkaufsoffene Sonntage sollen dem Handel in Kamen als Umsatzbringer in der Corona-Krise dienen. Die Händlervereinigung KIG hat die Sonntagsöffnung für 4. Oktober und 29. November beantragt. Dazu heißt es in einem Rundschreiben an die Mitglieder: „Die Stadt unterstützt uns da sehr und wir hoffen nun auf die positive Entscheidung durch den Rat der Stadt Kamen.“

Die KIG ruft ihre Mitglieder und weitere Händler dazu auf, an den beiden ausgewählten Sonntagen die Ladentüren von 13 bis 18 Uhr zu öffnen. „Wir hoffen, Ihnen und Euch hiermit eine Möglichkeit zu geben, zusätzliche Kundschaft zu akquirieren und einen Mehr-Umsatz zu erzielen – dafür braucht es, wie immer, die Teilnahme möglichst aller Händler in Kamen...“, heißt es in dem Rundschreiben.

„Stadt – Lichter“ und Adventsmarkt als Rahmen

Wer am 4. Oktober durch die Innenstadt bummelt, wird auch noch eine weitere Attraktion besuchen können. Geplant ist eine Veranstaltung unter dem Motto „Seseke – Park – Stadt – Lichter“. Für 29. November ist zudem die zweite Auflage des Adventsmarkts geplant, der im vorigen Jahr seine Premiere an einem Wochenende während der „Kamener Winterwelt“ feierte.

Händler begrüßen Zusatztermine

Wegen der Corona-Pandemie, die mit wochenlangen Ladenschließungen verbunden war, ist das laufende Geschäftsjahr für den Handel bislang schlecht gelaufen. Händler wie der Juwelier Jan Becher begrüßen deshalb das Vorhaben der KIG und finden auch die beiden Termine gut. „Es geht auch darum, dass Kunden und Bürger wieder in die Stadt einkaufen gehen“, sagt der Geschäftsmann von der Weststraße, der mitmachen will.

Verkaufsoffene Sonntage haben grundsätzlich nicht nur Freunde in der Händlerschaft. Die Corona-Krise ändert bei Axel Bohde vom gleichnamigen Haushalts- und Eisenwarengeschäft an der Bahnhofstraße nichts an seiner kritischen Haltung. „Ich mache nicht mit“, sagt er und verweist auf den personellen Zusatzaufwand. „Ich kann aber verstehen, wenn Kollegen jetzt an zwei Sonntagen öffnen wollen, weil sie acht Wochen lang ihre Laden zumachen mussten.“ Bohde hatte wegen Ausnahmeregelungen keine Zwangspause einlegen müssen.

Frühlingsmarkt und Hansemarkt fallen aus

Wegen der Corona-Pandemie sind die ursprünglich geplanten Kaufsonntage während des Frühlingsmarkts (9./10. Mai) und Hansemarkts (12./13. September) mitsamt den Rahmenveranstaltungen abgesagt. Die Einbettung in eine sogenannte Traditionsversanstaltung ist normalerweise die Voraussetzung dafür, dass die Ladeöffnung am siebten Wochentag überhaupt genehmigungsfähig ist. Durch einen Corona-Erlass erlaubt die Landesregierung jedoch Ausnahmen, um dem Handel die Chance zu geben, Umsatzeinbußen teilweise auszugleichen.

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Stadt bereitet Genehmigung vor

Die Genehmigung von verkaufsoffenen Sonntagen ist üblicherweise trotz Kritik von Kirchen und Gewerkschaften eine reine Formsache, das dürfte auch diesmal so sein. Auch die Tatsache, dass bis zum ersten Termin am 4. Oktober keine Ratssitzung mehr im Sitzungskalender steht, ist kein Hindernis. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) müsste wohl keine Sondersitzung einberufen, sondern könnte auch eine Dringlichkeitsentscheidung herbeiführen. Aus dem Rathaus hieß es am Freitag, dass die Stadtverwaltung das Beteiligungsverfahren und die erforderliche Genehmigung durch den Rat der Stadt Kamen vorbereitet.

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