Die Kamener Feuerwehr ist rund um die Uhr einsatzbereit. Gerade jetzt, wo alles sehr trocken ist, kann es jederzeit zu Vegetationsbränden kommen. Einige gab es in Kamen schon.

Kamen

, 09.08.2020, 12:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir müssen darauf gefasst sein, dass sowas jetzt öfter vorkommt, weil alles sehr trocken ist“, sagt Volker Rost, Sprecher der Kamener Feuerwehr. Gemeint sind brennende Hecken, Grünschnitt, Wiesen oder gar Bäume. Zu größeren Einsätzen ist es bis zum frühen Sonntagabend zwar nicht gekommen, aber einige Hitze-Einsätze gab es dann doch.

Dass auch Gras bei diesem trockenen, heißen Wetter Feuer fangen kann, zeigt ein aktueller Einsatz, zu dem die Feuerwehr am Samstag ausrückte. Gegen 11.27 Uhr hatte eine etwa 20 Quadratmeter große Rasenfläche an der Lenningser Straße in Heeren Feuer gefangen, nachdem die Fläche gemäht worden war.

Nicht nur die hauptamtliche Wache und die Löschgruppe Heeren-Werve waren sogleich vor Ort, sondern auch die Feuerwehr Bönen. Sie wurde alarmiert, weil die genaue Lage des Brandes durch den Notruf nicht festgestellt werden konnte, wie die Kamener Feuerwehr auf ihrer Internetseite informiert.

Die Bönener Feuerwehr musste nicht aktiv werden und auch die Hauptwache verließ den Einsatzort vorzeitig, weil es an anderer Stelle einen medizinischen Notfall gab. Gelöscht war der Brand nach etwa 20 Minuten.

Kamener Feuerwehr löscht in der Nacht zwei Feuer in der Mühlenstraße

Zwei weitere kleine Einsätze hat es in der Nacht von Freitag auf Samstag gegeben – jeweils um 0.14 Uhr und um 1.16 Uhr am Samstag. Eine Besonderheit war laut Rost, dass beide Feuer in unmittelbarer Nähe zueinander ausbrachen. Ob es Zusammenhänge zwischen den Feuern gibt, das ermittelt nun die Polizei, sagt Rost. Sie war ebenfalls vor Ort.

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Beim Einsatz um kurz nach Mitternacht brannte zunächst ein Haufen Grünschnitt im Garten eines Hauses. „Das Feuer hatte bereits auf angrenzende Büsche und Strauchwerk übergegriffen“, so die Feuerwehr. Sie löschte das Feuer unter Atemschutz ab, das dauerte etwa 30 Minuten.

Ins Bett konnten die Einsatzkräfte danach aber nicht direkt, denn nur etwa eine halbe Stunde nach dem Ende des Einsatzes gab es wieder einen Alarm in der Mühlenstraße. Dieses Mal brannte nur einige hundert Meter vom ersten Einsatzort entfernt ein Brennholzhaufen in einem Garten. Auch dieses Feuer war zum Glück schnell gelöscht.

Die Bergkamener Feuerwehr war mit der Drehleiter in der Mühlenstraße

Im Einsatz waren beide Male die hauptamtliche Wache, die Löschgruppen Methler, Wasserkurl und Westick, Polizei, Rettungsdienst sowie die Löschgruppe Bergkamen Weddinghofen. Da die Drehleiter der Kamener Feuerwehr derzeit nicht im Einsatz ist, wurden die Bergkamener Kollegen dazugerufen, wie Rost erklärt. „Wegen der Einsatzmeldung „Feuer 2“ konnte ein Gebäudebrand nicht ausgeschlossen werden“, so Rost. Die Drehleiter der Bergkamener Kollegen, die automatisch alarmiert wird bis die Kamener Leiter wieder einsatzbereit ist, wurde nicht gebraucht.

Ende Juni musste die Feuerwehr Kamen ausrücken, weil ein Anwohner des Marktplatzes durch den Einsatz eines Unkrautbrenners versehentlich sein Fachwerkhaus angezündet hat. Die Feuerwehr mahnt zur Vorsicht und rät davon ab, solche Brenner zu benutzen, wenn es so trocken und heiß ist.

Ende Juni musste die Feuerwehr Kamen ausrücken, weil ein Anwohner des Marktplatzes durch den Einsatz eines Unkrautbrenners versehentlich sein Fachwerkhaus angezündet hat. Die Feuerwehr mahnt zur Vorsicht und rät davon ab, solche Brenner zu benutzen, wenn es so trocken und heiß ist. © Stefan Milk (Archiv)

Bisher sind die Einsätze also überschaubar, nach den nächtlichen Einsätzen blieb es am Sonntag tagsüber ruhig. Damit das auch so bleibt, sollten Bürger davon Abstand nehmen, offene Feuer zu zünden oder ihr Unkraut mit einem Gasgerät abzuflämmen – das ist laut Rost einer der häufigsten Gründe für Heckenbrände. Alles, was in der freien Natur Funken erzeugen kann, sollte man also sein lassen.

Und falls doch etwas passiert, ist die Feuerwehr einsatzbereit, wie Rost versichert. Es wurden ob des Hitze-Wochenendes zwar keine besonderen Vorbereitungen getroffen, aber das ist auch nicht notwendig. „Wir sind rund um die Uhr einsatzbereit, die Wassertanks in den Einsatzfahrzeugen sind immer voll.“

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Und Nachschub gibt es auch reichlich – vor allem in Methler. Dort gebe es einen Landwirt, der zwei ehemalige Milchtransportwagen mit Wasser gefüllt hat und der Feuerwehr zur Verfügung stellt. Einer der Tanks fasst 18000 Liter, der andere 12000. Bei Bedarf dürfe sich die Feuerwehr die Tanks, die sich ziehen lassen, abholen, sagt Rost. Bei diesem Wetter kann eine solche Absicherung sicherlich nicht schaden.

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